Wolfgang Hebold
Die Verheerung Europas *
Ein Tagebuch des Niedergangs
Noch ein Blog? - Ja, noch ein Blog. Denn ein politisch denkender Bürger kann diesem Treiben nicht weiter stillschweigend zusehen. Politiker und Medien strengen sich an, Europa, das an Katastrophen in den vergangenen 100 Jahren nun wahrlich genug erduldet hat, in die nächste zu schicken. Stichworte: Verschuldung, Islamisierung, ethische Verwahrlosung, Verdummung durch Medien und Politik. Die Liste ist lang, sehr lang.
Was aber macht jemand, der weder über die Zeit noch die Mittel verfügt, in diesen Fall rettend einzugreifen? - Er dokumentiert den Niedergang für die Nachwelt. Aus seiner verengten Perspektive und mit beschränkten Mitteln. Aber mit der Freiheit, die diese persönliche Perspektive verleiht.
April <<< Mai >>> Juni
Dienstag, 31.Mai 2016
Gutmenschenlogik
Eines muss man der Presse des Guten Deutschen Reiches ja lassen: Sie arbeitet reibungslos und konsequent. Zunächst redet sie im Chor so lange von "islamfeindlichen" statistischen Aufgaben, bis keiner mehr etwas anderes hört - ausdrücklich hört, denn verstehen wäre zu viel verlangt. Dafür hätte es zuerst der konkreten Aufgaben bedurft - die aber findet man in keiner einzigen Zeitung.
Danach geht es entlang einer Logik, die mittlerweile jeder Schreiberling aus gutdeutscher Stube runterzuleiern versteht: Aus dem "islamfeindlich" wird das bekannte "ausländerfeindlich" und dahinter lockt endlich wieder das wohlfeile "rassistisch". Hängen bleibt dann auf jeden Fall was, egal wie oft der Gejagte betont, anti-islamisch zu sein. Trommelfeuer und stille Post der Gutmenschenpresse machens möglich.
Nachdem diese Presse einen mit einer Mixtur aus unverstandenen statistischen Grundbegriffen und falschen Zuordnungen zur Strecke gebracht hat, schreitet sie nun zum analytischen Teil. Alles weiterhin im Tonfall tiefster Empörung und in der eitlen Pose des guten Deutschen von der moralisch besseren Seite, der in Europa mal wieder alleine dasteht.
Natürlich kommt einem hier das Wort von der Lügenpresse schnell in den Sinn, das sich die so titulierte Presse mittlerweile allerdings meistens selber anhängt, weil es sich damit fein aus der Täter- in die weinerliche Opferrolle bugsieren lässt. Dabei ist Lügenpresse unangebracht. Denn die Beiträger glauben sich ihre demagogischen Kurzschlüsse ja selbst. Wer den andren mit Dreck bewirft, hält ihn dann am Ende wirklich für dreckig.
In welchen Kategorien Gutmenschen tatsächlich denken, wird durch die Worte verraten, die nebenbei fallen. "Jeder muss wissen, was er riskiere", heißt es heute im Tagesspiegel. Das ist versteckt eine Drohung.
Ich habe also etwas riskiert. Ich habe die Warnschilder in den Medien naiv igoniert. Das stimmt. In diesem Land ist das Äußern einer anderen Meinung zunehmend riskanter geworden. Man riskiert, dass einen die Phalanx der gutdeutschen Presse zertrampelt.
Um das Szenario der Bedrohung zu beschreiben, heißt es in dem Beitrag weiter: "So musste auch die Erzieherin in einem katholischen Kindergarten ihre Kündigung akzeptieren, weil sie in ihrer Freizeit Pornos drehte. Kirche und Pornos, das passt schlecht. Hochschule und Fremdenhass, das haut auch nicht hin."
Das Beispiel markiert das Problem. Denn natürlich geht es bei meiner anti-islamischen Haltung auch um den Zusammenhang von Kirche bzw. Moschee und Porno. Es geht um Bigotterie und eitle Moralinskis. Es geht um eine Willkommenskultur, die die wenigen Fachkräfte aus anderen Ländern abziehen lässt und die die eigene Kultur gleichsam en passant in den Orkus der Geschichte befördert. Es geht um Journalisten, die sich für die besseren halten und zugleich auf perfide Weise von anti-islamisch über islam-feindlich und ausländer-feindlich auf rassistisch zurückschließen wollen. Und flugs ist man ein Nazi. Ja, der Mann versteht das Geschäft des demagogischen Schließens.
Sonntag, 29.Mai 2016
Der Fachmann
Ich habe mir den Beitrag des Juristen von der Humboldt-Uni, der im rbb eine juristische Einschätzung zum besten gibt nicht noch einmal angeschaut - bis eben. Und ich kann nur sagen: Wenn das der intellektuelle Rahmen ist, in dem in diesem Land die Professoren von Universitäten Jura lehren, dann wird es Zeit, die Scharia einzuführen. Deren Auslegung wird womöglich intelligenter gehandhabt.
Der Mann stellt die steile These in den Raum, ich würde in meinem Blog Dinge schreiben, die strafrechtlich relevant sind. Und als Beispiel nennt er den Beitrag, in dem ich Muslima mit Kopftuch als "Kopftuchmoslem" bezeichne. Nein, er nennt den Beitrag nicht direkt. Er spricht davon, dass ich die Menschenwürde verletze. Wie ich das mache?
Ja, das wüsste ich ebenfalls gerne. Denn sowas macht man nicht gerne. Auch ich nicht. Selbst wenn es sich beim Gegenüber um einen Neonazi handelt.
Die Begründung ist atemberaubend: "zur Menschenwürde gehört, dass man jemand überhaupt als Mensch anspricht und das wird ja hier fraglich, wenn man jemand als 'es', als Neutrum, darstellt."
Offenbar fehlte der Jurist von der HU als in der 4. oder 5. Klasse in Deutsch die dritte Person Einzahl durchgekaut wurde, also jene sprachliche Dreiteilung nach Geschlechtern "er" und "sie" für männlich und weibliche und neutralen Wesen, die man weder der einen noch der Seite zuordnen will. Kinder zählen zB. dazu. Und für mich, suggeriert der Professor von der HU, Frauen, die ein Kopftuch tragen, um ihr Geschlecht nicht zu zeigen.
Zu sagen "Das" Kind ist also menschenverachtend. Das Gutmenschentum erklimmt neue Höhen des Schwachsinns. Kein Wunder, dass dieses Land sich von der Atomtechnik verabschiedet und Windmühlen baut und mit diesen die norddeutschen Landen verschandelt.
Oder hat der Jurist von der HU den Beitrag "Der Kopftuchmoslem" schlicht nicht gelesen, einen Eintrag vom 31.März diesen Jahres, in dem ich begründe, warum es der Kopftuchmoslem heißen sollte und eben ausdrücklich nicht das.
"Wenn aber eine Frau nicht zeigen will, dass sie eine Frau ist - warum soll man ihr dann noch als Frau begegnen? Ist es da nicht weitaus angebrachter, sie überhaupt gar nicht erst als Frau wahrzunehmen? Sie also nicht mehr als
'sie', sondern als neutrales Wesen zu sehen und als 'es' anzusprechen?"
Und damit auch der letzte Dummdeutsche es versteht, ergänze ich noch: "Dass diese neutrale Form, also das 'es', im Deutschen Kindern vorbehalten ist, muss nicht weiter stören, denn bekanntlich war Mohammeds Lieblingsfrau Aischa gleichfalls ein Kind".
Nach Abwägen der beiden Möglichkeiten "der" oder "das" entscheide ich mich für die männliche Form. Der Begründung des Vorwurfs mit der Verwendung von "es" läuft also am Ende völlig ins Leere.
Doch seien wir gnädig mit dem Juristen. Wir wissen nicht, welchen Text der Journalist dem Juristen tatsächlich vorgelegt hat.
Samstag, 28.Mai 2016
Steiler Aufstieg
Die letzten drei Tage waren in beruflicher Hinsicht geradezu atemberaubend. Am Anfang der Woche noch Lehrbeauftragter an drei berliner Hochschulen, war ich schon am Mittwoch beim rbb ein Privat-Dozent - ein geschützter Name, den ich niemals verwende. Einen Tag später wurde ich schon als Professor gehandelt. Gestern kürte mich ein anderes Organ des Pressekörpers dann zum Doktor der Mathematik. Und das in drei Tagen.
Höher ging es nur noch bei BILD. Sie ernennt mich zum Pöbel-Prof. Bemerkenswert: Der Beitrag dieser ansonsten verrufenen Zeitung, war der sachlichste von allen, die ich kenne. Und Lachen konnte ich überdies noch.
Schlimm an den meisten Beiträgen war, wie die grassierende Islamophilie bei einigen Schreibern die Hirne verdirbt. So wird immer noch kolportiert, ich hätte den Studenten islamfeindliche Aufgaben gestellt, weil ich nach dem Zusammenhang weiblicher Genitalverstümmlung und Islam gefragt hatte. Das habe ich auch. Nur ist die Frage nach einem Zusammenhang nicht das gleiche, wie zu sagen, man solle den Zusammenhang beweisen. Nur letzteres unterstellt den Zusammenhang, die erste Frage fragt dagegen danach.
Nun erwarte ich nicht von Jedermann diesen Unterschied zu erkennen. Es gibt Studenten die erkennen ihn nie und fallen noch beim dritten Versuch und ganz ähnlichen
Aufgaben neuerlich durch. Auch ein Journalist muss diesen Unterschied nicht wissen. Aber eine Journalistin, der dieser kleine Unterschied 10 Minuten zuvor am Telefon gesagt worden ist, schon. Insbesondere dann, wenn die Dame vom Dozenten persönlich erfährt, dass die Aufgabe im Resultat eben genau das Gegenteil von dem beweist, was die Dame dann im Artikel frech behauptet: Dass der Zusammenhang besteht. Wie sonst soll ich die Bemerkung verstehen, die Aufgaben wären islamfeindlich gewesen. Um es noch einmal und deutlich zu sagen: Das Ergebnis der Aufgabe lautet, dass eher kein Zusammenhang besteht. Aber vielleicht holte sich die Dame von der Presse ja noch beim durchgefallenen Studenten fachlichen Rat.
Wundern sich diese Medien denn dann wirklich noch, dass sie als Lügenpresse an Glaubwürdigkeit und Auflage schneller verlieren als die SPD an Stimmen?
Ein Nachfragen findet nicht statt. Denken sowieso nicht. Und die Mühe einer klaren Formulierung komplizierter Gedanken wird komplett ignoriert. Vielleicht ist ja die Eile schuld, in der die Beiträge formuliert werden müssen. Aber darf das ein Kriterium sein, wenn man den Kampfköter weltoffene Öffentlichkeit auf jemanden loslässt, der es wagt, den Islam zu befragen? Wie einige diese Schreiber sich beschweren können, man, also ich, wäre menschenverachtend, das bleibt mir ein Rätsel.
Freitag, 27.Mai.2016
Von Ossis, Mossis und Monstern
Eigentlich gibts nur eine wirkliche Folter: Die Langeweile. Und tatsächlich läuft man Gefahr, langweilig zu werden, wenn man immer wieder auf den gleichen Unsinn verweist. Aber so ist das mit den Dummen - man muss sie immer wieder auf ihre Dummheit hinweisen in der lauen Hoffnung, sie würden die anderen dann nicht anstecken können.
Eine besondere Dummheit ist die politische Korrektheit. Leider ist sie nicht nur dumm, sondern überdies an der Macht. Und weil das so ist, darf man zwar Amis und Ruskies sagen, aber nicht Mossis oder Muselmanen. Das ist volksverhetzend, hasserfüllt, rechtsradikal, ausländerfeindlich und wie auch immer die betagten Schlagworte der Gutmenschen lauten, Ja, ich hör auf. Es wird langweilig.
Den Medien und einem Teil der Bevölkerung ist das mittlerweile so in Fleisch und Blut übergegangen, dass, wer Mossi sagt, mit den Nazis in einem Topf landet. Also mit jenen, die Babys ins Feuer warfen und aus der Haut ihrer Opfer einen Lampenschirm machten und aus deren Körperfett Seife.
Natürlich kommt es keinem der ehrlichen Menschen des Gutdeutschen Reichs in den Sinn, dass es sich bei dem letzten Satz um eine Pauschalisierung handelt. Obwohl es genau das ist: Denn ich würde wetten, weit über 90% der Nazis hätten Auschwitz nicht unterstützt.
Ossi - sorry - Mossi ist menschenverachtend. Muselmane auch. Museltante folglich ebenfalls. Für Kopftuchmoslem möchten manche einen am liebsten in den nächsten Stolpersteinbruch schicken.
Auch wen Kopftuchmoslem nur die Bezeichnung für eine Person ist, die meint, ihren Glauben an den Schöpfer durch das Tragen eines Stofffetzens unter Beweis zu stellen. Ja, es ist polemisch gemeint. Es ist auch ein wenig spöttisch. Aber rassistisch, rassistisch ist das nicht.
Und selbst eine Formulierung wie "übergewichtigen Kopftuchmoslems, deren Gesicht aus dem Kopftuch herausquillt", die mir fälschlicherweise unterstellt wird, weil einige ältere Mitarbeiter des rbb nicht mit dem Internet umgehen können, ist nicht rassistisch. Sie ist auch nicht ausländerfeindlich. Oder sagen wir besser: Sie ist es erst dann, wenn jemand eine Anzeige kriegt, wenn er über die "fetten Amis" lästert, die nur Fast-Food in sich hineinstopfen würden und deren Speckfalten
über den Hosenbund quillen. Über die Rednecks aus Texas. Auch diese Liste würde langweilig lang.
Halten wir fest: Gutmenschen haben keinen Humor, darin den Muselmanen ähnlich. Auch sie kennen keinen Spaß. Wer sie auf ihre immergleichen Vornamen anspricht, der wird strafandrohend beäugt. Aber halt. Ich verallgemeinere. Als ich meine wahrscheinlich türkische Bäckerin fragte, ob Moslems Schweineohren essen dürften, hat sie gelacht. Sie verkauft mir auch weiterhin Schrippen und Kaffee. Nur fehlt mir demnächst das Geld dafür, weil die Senatsverwaltung mit informellen Schnüffelhäschen besetzt ist, die das Denken der Bürger nach strafrechtlich relevantem durchforsten. Sie ist das Monster.
Nachtrag
Nach drei Tagen erhalte ich heute morgen die erste wahrscheinlich rechtsradikale Unterstützungsadresse.
Ich habe, ganz Intellektueller, mit einem Zitat von Adorno geantwortet, das meine Lage trifft wie kaum etwas anderes: "Eine fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen." (T.W.Adorno)
Donnerstag, 26.Mai 2016
Im Auge der Shit-Storms
Was ein Shit-Storm ist, weiß mittlerweile jeder Insasse eines Seniorenheims. Und auch, dass dagegen keine Windeln helfen. Ein solcher Shit-Storm blieb gegen mich im Internet bisher aus. Statt dessen trafen eine Reihe von Unterstützermails ein, die man in meiner Situation gerne liest.
Den eigentlichen Shit-Storm hatte dagegen, vermute ich mal, die sozialdemokratische Senatsverwaltung ausgelöst - oder wer auch immer die Information zu den anderen Hochschulen trug, ohne nach den Details zu fragen. In einem staatssozialistischen Nuklearschlag wurden mir dann sämtliche Arbeitsmöglichkeiten entrissen. Den Sozis des Senats passte die Entlassungserie ganz sicher gut ins Konzept. Bei der nächsten Wahl werden ich und noch so um die 85% bis 89% aller anderen Wahlberechtigten,
dafür sorgen, dass Sozialdemokraten gleichfalls ohne Arbeit dastehen.
Doch in dem Auge des Shit-Storms gab es heute einen Moment, der mich aufmerken ließ. Vor der TU sprach mich eine junge Frau an, die sich selbst als Türkin mit deutscher Heimt bzw. Deutsche mit türkischen Heimatgefühlen beschrieb. Sie kam auf mich zu und meinte: Sind Sie Herr Hebold? Nein ich habe nicht gefürchtet, sie könne ein Messer ziehen. Ich habe gefragt: Ja. Wie kommen Sie darauf? - Na, ich habe sie gestern im Fernsehen gesehen. - Na toll, dachte ich.
Doch was sie mir sagte, war bemerkenswert, weil es mir zu Denken gab, ohne dass ich meine Sicht der Welt ändern musste. Denn zuerst blaffte sie: Was für ein unverschämtes Interview im rbb. Ich fragte zur Sicherheit zweimal nach. Nein, sie meinte, was sie sagte: Das Interview wäre eine Unverschämtheit gewesen. Allein das zweimaligen Einblenden der israelischen
Fahne sei peinlich gewesen. Na ja, so sind sie nun mal, die Journalisten der gutmenschlichen Journaille. Ihnen gefällt es, Israels Fahne abzulichten, weil man über die Fahne an vererbte Resentiments anknüpfen kann.
Dann schwärmte dieser Kopftuchmoslem ohne Kopftuch von Israel. Die Jerusalemer Altstadt, die Partystadt Tel Aviv, das Tote Meer, das bald wirklich tot sei.
Trotzdem wollte sie mir nicht zustimmen. Sie wollte nichts davon wissen, dass ich von Kopftuchmoslems rede. Denn sie selber hatte den Islam als kulturellen Hintergrund. Auch wenn es für sie immer noch auch was besonders war, sich als deutsch zu bezeichnen. So what!
Und danach hatte sie ein wundervolles Beispiel, um eines der aktuellen Kernprobleme zu beschreiben: Sie würde ihre Tochter niemals Fatima nennen.
Warum war, klar. Dazu brauchte es eigentlich keiner weiteren Worte. Die Tochter trüge mit diesem Namen eine Last mit sich herum.
Einmal mehr wurde mir der Spagat deutlich gemacht, in dem diese Gesellschaft sich befinden sollte: Jene als ihren Teil zu sehen, die zu ihr stehen, egal wie sie heißen. Und jenen mit Skepsis zu begegnen, die Frauen mögen, die andere Männer als jene, denen sie gehören, nicht grüßen.
Doch der Spagat ist kein Spagat, denn von jenen, die an der Macht sind, wird die Unterwerfung unter die Regeln der andren gefordert. Wir haben anzugleichen, nicht sie.
Auf doppelte Weise ist hier was faul: Wir nehmen jene nicht auf, die sich zu uns zählen und jene, die sich nicht zu uns zählen, integrieren wir nach allen Regeln der Kunst des Selbstbetrugs.
Nachtrag
Dass die Senatsverwaltung für die Kündigungen verantwortlich zeichnet ist nicht richtig. Die Hochschulen haben gekündigt. Allerdings hat der zuständige Senat seine ausdrückliche Zustimmung erklärt. Wer die Informationen weitergetragen hat, kann ich nicht sagen.
Dienstag, 24.Mai 2016
Der gute Faschist und sein Reich
Bisher gab es in Deutschland nur böse Faschisten. Das waren entweder Herren aus längst vergangenen Tagen - oder es handelte sich um mäßig behaarte Männer jüngeren Alters. Frauen lasse ich hier, auch wenn man mir das wieder einmal als frauenfeindlich auslegen mag, weg.
Doch seit Mitte der Sechziger Jahre gibt es in Deutschland den guten Faschist. Wobei ich den Begriff des Faschisten aus dem Lateinischen nehme, also von fasces ableite. Das waren in Rom Leibwächter, die ihren Herren mit einem Rutenbündel, die fasces, beschützten.
Das Bild trifft die Sache ganz gut: Eine Leibwache schreitet voran und räumt mit einem Rutenbündel die Straße frei. So oder ähnlich fühlten sich auch die bösen Faschisten. Und heute fühlen sich die guten Faschisten wieder so: Sie räumen Straßen, Gebäude und zur Not auch mal eine Hochschule frei für ihre Ideologie: Das kann eine der vielen Spielarten von Sozialismus sein - internationaler Sozialismus, nationaler Sozialismus, das kann auch eine Energiewende sein oder die sogenannte Willkommenskultur.
Wers nicht glaubt, sage auf der Straße oder an einer Hochschule was gegen die merkelsche Flüchtlingspolitik. Er dürfte sein
blaues Wunder erleben. So wie ich, der ich gerade auf den Schirm dieser guten Faschisten geraten bin, die mir unterstellen, "rassistisch" und "frauenfeindliche" Bemerkungen gemacht zu haben.
Ob ich das habe? - Nun, das ist einfach die falsche Frage. Denn nach den Grundsätzen unserer Verfassung genießt jeder das Recht, seine Meinung zu äußern. Egal, ob das die guten Faschisten nun stört oder nicht.
Wenn also Linksorientierte den Kommunismus nach den millionenfachen Morden des letzten Jahrhunderts weiter für erstrebenswert halten, dann ist
das ebenso deren Recht, wie es das Recht eines Moslems ist, für die Steinigung von Ehebrecherinnen zu sein. Diskriminiert werden darf er deshalb jedenfalls nicht.
Das aber sehen die guten Faschisten gänzlich anders. Einen Rassisten oder Sexisten darf man aus Amt und Würde entfernen - ja, man muss es sogar. Also schnüffeln und jagen sie und werden bei dieser Treibjagd von den meisten Medien voll unterstützt. Das ist die Situation, in der sich dieses Land seit einigen Jahren befinden. Wir leben im guten Faschismus, im Gutdeutschenreich. Weit weg von der liberalen Republik unter Schmidt und unter Kohl.
Montag, 23.Mai 2016
Pyrrhus-Sieg
Der griechische Feldherr Pyrrhus hatte eine Schlacht nach der andren gewonnen, dabei aber jeweils so hohe Verluste, dass er am Ende verlor. Genau das beschreibt die Situation der herrschenden Parteien in Österreich. Sie können nur noch mit vereinten und aufs äußerste angepannten Kräften gewinnen und müssen dann in die nächste Große Koalition, die nach jeder Wahl nicht an Wählern, dafür aber an Parteien gewinnt. Falls man die Zunahme der Parteien in einer Koalition als Gewinn verstehen will. Doch je größer die Koalition, desto größer wird der Ärger der Bürger über eben diese Koalitionen.
Was sich in Frankreich vor einigen Wochen schon andeutete, in Österreich wurde es Realität: Nur mit der geballten Macht der Medien und aller anderen Parteien schaffen es die herrschenden Parteien noch, sich der Macht zu halten. Sachsen Anhalt gab die Blaupause: Rot und Schwarz brauchten unbedingt Grün, um mehr als AfD und Linke zu kriegen. Zwei Stimmen haben sie mehr. Es gab Zeiten, da haben CDU oder SPD alleine regiert. Aber das sind Jugenderinnerungen.
Das Erwachen dieser selbsternannten Retter der Menschenrechte wird böse werden. Denn am Ende gewinnen Le Pen,
AfD oder FPÖ ganz alleine. Gestern fehlten in Wien nur wenige Millimeter. Die FPÖ braucht bald keine Partner mehr.
Die Mehrheitsparteien ohne Mehrheit machen es derweil wie die Linken, die sich immer noch einbilden eine Mehrheit zu haben: Sie feieren die nur mit der Macht der Medien errungene Mehrheit als Sieg.
Dass sie den Kontakt zu einem wesentlichen Teil der Bevölkerung längts verloren haben, geht ihnen nicht in den Kopf. Sie haben ja das Strahlen der Flüchtlinge, die ihnen zu Füßen liegen. Nicht mehr lange und sie brauchen sie, damit sie die Mehrheit weiter behalten. Das aber
ist das Szenario, das in einem Skandalroman vom letzten Jahr skizziert worden war: Die Nomenklatura hält sich durch die Migranten in ihren Ämtern. Und bezahlen werden jene, die in ihrer Mehrheit diese nicht wählen.
Dass der Nomenklatura moralische Zweifel kommen, darf man mit Fug und Recht bezweifeln. Der Gutmensch kennt keine Zweifel. Er ist ja gut. Also ist auch alles gut, was er tut. Dass das genau die Haltung von radikalen Ideologen sei's nun kommunistischer, islamischer oder faschistischer Prägung ist, sei nur noch am Rande erwähnt. Es focht jene nicht an und es ficht diese wieder nicht an.
Samstag, 21.Mai 2016
Lügenrundfunk - Fragezeichen
Gestern wurde mir die zweifelhafte Ehre zuteil, ein Interview mit zwei Journalisten eines lokalen Senders zu führen. Von den vielen Beispielen aus Presse und Radio bin ich ja einiges gewohnt an Diffamierungen, Vorurteilen und schlichtem Unsinn, den Journalisten bei Gelegenheit so verbreiten.
Und trotzdem ist es natürlich etwas anderes, wenn man die Tricks und Maschen hautnah erlebt. Inhaltlich sollte es um den Vorwurf gehen, ich wäre in einer Vorlesung an einer berliner Hochschule ausländerfeindlich und diskriminierend. Ich halte beide Vorwürfe für Blödsinn, also komme ich der Einladung zu dem Interview nach - in der Hoffnung, man könne zur Problematik, wie die Politische Korrektheit die Freiheit der Lehre bedroht, Stellung nehmen.
Vielleicht bin ich ja wirklich, wie ein Bekannter mir gestern steckte, etwas naiv. Denn aus diesem Gespräch über die Freiheit der Lehre wurde nichts. Statt dessen versuchte der Wortführer der beiden Kollegen vom rbb krampfhaft am eigentlichen Thema, also an dem Vorwurf, ich unterrichte ausländerfeindlich, vorbei, mir eben diese Ausländerfeindlichkeit zunächst durch meinen Blog zu belegen. Nur war dieser Blog nicht das Thema. Es ging um den Unterricht und einige Aufgaben, die missverständlich sein könnten.
Also ließ sich der Mann vom Rundfunk, nachdem ich angedeutet hatte, das Interview abzubrechen, wenn wir nicht zum Thema kommen, zu einer kurzen Diskussion über die besagten Aufgaben ein. Die Ausbeute war offenbar mager. Denn alsbald kehrte er mit seinen Fragen zum Blog zurück. Unter anderem hatte ihn meine Formulierung "die Nazis haben nur zwei Fehler gemacht", gestört.
Originalton: "Haben die nicht mehr Fehler gemacht?" Ich habe gelacht. Mich aber insgeheim gefragt: Stellt der Mann sich jetzt doof? Irgendwie denkt man ja immer noch, dass Männer der Wortes auch intelligent sind. Aber wie sagt schon Qui-Gon Jinn: "Die Fähigkeit zu Sprechen macht Dich noch nicht intelligent."
Um den Blog ins Gespräch zu bringen, musste der Mann vom Rundfunk also eine Verbindung zwischen Unterrichtsmaterial und Blog nachweisen. Denn der Blog alleine macht noch keinen ausländerfeindlichen oder diskriminierenden Unterricht. Und natürlich habe ich auch als Dozent das Recht auf die öffentliche Äußerung einer eigenen Meinung, sie muss nur vom Unterricht unmissverständlich getrennt sein.
An diesem Punkt nun erwies sich, leider nicht zum ersten Mal, die unsaubere handwerkliche Arbeit des Fragenden. Denn diese Verbindung konnte er nicht beweisen - einfach weil sie nicht bestanden hat und auch nicht besteht. Es gibt keinen Link von den Aufgaben zum Blog und nicht mal einen vom Skript zum Blog - wobei das kein Problem wäre, weil die Skripte nicht Teil der Vorlesung sind. "Aber zwei Klicks weiter befindet sich Ihr Blog", meinte er in einem Anfall von Verzweiflung. "Stimmt", stimmte ich zu, "und zwei Klicks weiter befindet sich sicher ein Porno."
Weil das also alles nichts half, outete der Mann vom rbb sich nun als investigativer Journalist: Er hielt mir einen Beitrag aus einem kleinen berliner Blog unter die Nase und fragte, ob ich das geschrieben habe. Nun gebe ich gerne zu, nicht mehr jeden meiner Beiträge in jedem Forum zu kennen - aber dieser Beitrag, in dem es um einen tätigen Attacke auf einen Araber ging,
mit dem sich jemand brüstet, der war sicher nicht von mir.
Anschließend ging es wieder und wieder über die Dörfer. Statt mir Beiträge aus Foren unterzuschieben, verlegten sich die beiden Fragenden nun auf die billigste Masche von Fragenden: Sie stellten mir eins ums andere Mal Suggestivfragen. "Würden Sie sagen, das Abendland ist durch den Islam gefährdet?" - "Würden Sie sagen, dass man den Islam bekämpfen muss?" - "Würden Sie sagen, dass Sie den Islam hassen?" - et cetera, et cetera. Ich bekam eine Ahnung, wie Verhörte sich fühlen und warum sie womöglich an den Punkt gelangen, alles zuzugeben, nur damit das Fragen ein Ende hat. Zum Glück war hier nur die Durchsichtkeit der Fragen schmerzhaft.
Vielleicht hätte ich nun wirklich gehen sollen. Denn die Masche war einfach nur doof. Das war Inquisition, nicht Diskussion. Und vor allem hatte das alles mit dem eigentlichen Vorwurf so ganz und gar nichts mehr zu tun: Dass ich Studenten diskriminiere.
Doch immer dann, wenn man denkt, es geht nicht mehr dümmer, wird man gelegentlich überrascht: Selbstverständlich sind meine Aufgaben aus der Vorlesung nicht ausländerfeindlich - aber das läge daran, dass ich so intelligent sei, dass ich diese meine Ausländerfeindlichkeit raffiniert kaschieren kann. Nicht-Überführbarkeit von Ausländerfeindlichkeit ist also ein Zeichen von Intelligenz seitens des Angeklagten und nicht ein Zeichen, dass die Anschuldigungen falsch sind. Großartig! Allerdings ist dieser Trick ganz sicher kein Zeichen von Intelligenz.
Gegen Schluss kam ich dann noch einmal auf das Kernproblem zurück: Wie geht man mit pikanten politischen Themen im Unterricht um? Wie weit
geht die Freiheit der Lehre im Zeitalter der politisch Korrektheit? Und ich stellte umgekehrt an mich die Frage in den Raum, wie ich auf einen Student reagieren würde, der ein T-Shirt mit einem Hakenkreuz in der Vorlesung trägt?
Die Gesichter der Mannen vom rbb hellten sich auf, denn offenbar glaubten sie, eine Schwachstelle gefunden zu haben: "Da würden Sie doch reagieren?" - "Ja, denn es ist ja verboten."
"Aber", schränkte ich ein, "genießt dieser Student nicht das gleiche Recht wie die anderen Studenten mit ihren anderen Meinungen? Und handelt es sich dann nicht tatsächlich um eine Diskriminierung? Also um eine wirkliche und nicht mehr um einen leeren Vorwurf, wie im Fall, den wir hier eigentlich diskutieren wollen?"
Nun, also am Ende des Intervies zeigte der Journalist dann aber zumindest Sinn für Dramatik, denn die größte Frechheit hatte er sich für den Schluss aufgehoben: "Dann würden Sie also ein Hakenkreuz dulden?" - Gerade als ich meinen Gedanken: "im Prinzip ja", äußern wollte, schaute ich in die erwartungsvollen Augenpaare und mir fiel hier dann doch mal, wie man so sagt, die Kinnlade runter: "Wie bitte? Sie wollen mir doch nicht ernsthaft unterstellen, ich wäre für das Hakenkreuz, nur weil ich betone, dass das Recht der freien Meinungsäußerung auch für Rechte gelte?" Genau das wollte er wohl. Ich habe gelacht und bin dann gegangen.
Mal sehen wie sich die Vertreter der Journaille, die hochempört waren, als ich sie auf ihre Tricks und Schliche ansprach, das Interview zusammenschneiden. Aber mitunter geschehen ja Wunder.
Donnerstag, 19.Mai 2016
Deutschland, Deutschland über alles
Eine der erfolgreichsten Organisationen der Gutmenschen hört auf den Namen Amnesty International. Und die hat in einer neuen Studie den Deutschen attestiert, Weltspitze zu sein. Nein, nicht in Sachen Abgasbetrügereien, auch nicht beim Bau neuer Windmühlen. Die Deutschen sind Weltspitze in Sachen Willkommenskultur. Besser sind nur noch, wie könnte es anders sein, die Chinesen.
Der Gradmesser für diesen Wettkampf ist eine Punktskala, die mit solch einfachen wie einfältigen Fragen aufwartet, ob man einen Flüchtling zu Hause aufnehmen würde. 10% der Deutschen sind dazu bereit. Amnesty hält das für viel. In China sind es 50, in England noch nahezu 30 Prozent.
Nun kenne ich die Wohnverhältnisse in China nicht genau. Aber ich liege sicher nicht falsch, wenn ich annehme, dass sie schlechter sind, als die in Deutschland. 10% ist also nicht wirklich viel. Und was die Realitäten betrifft: Ich kenne niemanden, der einen Flüchtling bei sich zu Hause einquartiert hat. Allerdings erinnere ich mich noch gut an den deutschen Schauspieler Til Schweiger, der zuerst groß tönte, eine Flüchtlingsfamilie bei sich aufnehmen zu wollen und als es Ernst wurde, bemerkte, dass er kaum zu Hause wäre, er die Flüchtlingsfamilie also gar nicht betreuen, also auch nicht bei sich aufnehmen könne.
Gemessen wurde auch mit der Frage, ob man für die Aufnahme von Flüchtlingen sei bzw. ob man diese an der Grenze abweisen solle. Nur 3% sind in
Deutschland dafür, 2% haben keine Meinung.
Sind deshalb 95% dafür, Flüchtlinge aufzunehmen? Nach Amnesty offenbar schon. Die Organisation spricht von einer "leisen Mehrheit der willkommenheißenden Bürger". Und natürlich verhindern laute Politiker und noch lautere Rechte, dass die Grenzen weiter offen sind. Et cetera, et cetera.
Wenn irgendwann in der nachgutmenschlichen Zeit die Mittel und Methoden dieser schlauen Machthaber untersucht werden sollten, dann hat diese Studie einen Platz in der Liste jener Beispiele verdient, in denen durch raffiniertes, wahlweise tumbes Fragen Studien die Ergebnisse liefern, die die Autoren sich wünschen.
Denn natürlich sagen die meisten Ja, wenn es darum geht, ob man Flüchtlinge aufnehmen soll. Auch die AfD ist nicht dagegen. Die Frage ist nur: Will man das auf die bauch- und dekretgesteuerte Weise von Frau Merkel tun oder doch lieber in einem politischen Rahmen, der den Namen rational und demokratisch verdient. Wieviele der Befragten antworten wohl noch mit Ja, wenn es heißt: "Sollen die Grenzen für alle unkontrolliert geöffnet werden?" Sicher weniger als die von Anmesty suggerierten 95%.
Aber darum geht es auch nicht bei der Verbreitung solcher Nachrichten. Es geht allein darum, Deutschland einen Platz an der Sonne zu sichern - am besten natürlich vor den Chinesen. Aber das kann ja noch werden.
Mittwoch, 18.Mai 2016, früher Abend
Kritisiert, nicht diskriminiert
Zugegeben, es war auch ein Experiment, als ich mit diesem Blog begonnen habe. Ich wollte nicht nur meinem Ärger über das Deutschland an der Jahreswende 15/16 Luft machen, sondern auch probieren, wie lange es dauert, bis eine islamkritische Stimme, die sich noch dazu nicht hinter einem Pseudonym versteckt, von den links-islamischen informellen Mitarbeitern entdeckt und attackiert wird. Nun bin ich schlauer: Es hat keine 7 Wochen gedauert. Und schon hagelt es Vorwürfe, man wäre "ausländerfeindlich" und würde "diskriminieren". Bis zum ersten "rassistisch" dauert es sicher nicht lang.
Wie so häufig bei diesem Vorwurf, wird er mit genau gar nichts belegt. Was auch nicht ginge, denn ich bin alles mögliche - nur eben nicht ausländerfeindlich. Ja, ich bin anti-islamisch. Aber ich bin auch anti-kommunistisch und anti-faschistisch. Weil für mich dieser Dreiklang der Ideologien - Faschismus, Kommunismus, Islam - das Ende der Freiheit, wie ich sie verstehe, einläutet.
Aber dieser Unterschied, also der zwischen kritisieren und diskriminieren, ist den Ideologen der falschen Propheten unbekannt. Sie wollen unter dem Vorwand, man wäre "ausländerfeindlich", jede Kritik an ihrer Ideologie mundtot machen. Dabei verstecken sich die linken Ideologen geschickt hinter ihrem religiösen Pendant. Erinnert sei an den Ministerpräsidenten von Thüringen und der PDS, der, nachdem 50 Muslime einen Afghanen, der den Koran verbrannt hatte, durch eine Kleinstadt gejagt hatten, zunächst Verständnis für die Täter zeigte. Der Einzelne, Flüchtende war ihm erst einmal völlig egal.
Aber die Hingabe an ein Buch und seine korrekte Auslegung, verbindet die beiden, also Islam und Marxismus. Allerdings ist, das gebe ich zu, "Das Kapital" definitiv der intellektuell anspruchsvollere Text. Der "Koran" ist dagegen ein Langweiler - um es vorsichtig zu sagen. Ist es "ausländerfeindlich", so etwas zu sagen? Natürlich nicht. Es ist eben nur anti-islamisch. Und damit müssen die Muslime in einem freien
Land nun einmal leben: Dass man sagt, was man von ihrem Propheten mit guten Gründen denkt und hält.
Und so decken sich die Feinde der Freiheit gegenseitig, hier die Partei, dort die Gemeinschaft der Gläubigen. Sie wollen ihre Kritiker zum Schweigen bringen, indem sie sie als "ausländerfeindlich" diskriminieren. Ein fader Trick ist das, aber der größere Teil der deutschen Medien fällt drauf immer noch herein, sofern sie nicht sowieso mit den Ideologen gemeinsame Sache machen.
Damit aber machen es diese Ideologen ihrer Propheten einem Erzliberalen wie mir gleich doppelt schwer. Zum einen bedrohen sie mich. Zum anderen stellen sie die eigene Liberalität für einen selber in Frage. Denn natürlich bedeutet liberal sein eben gerade das: Die Meinung und Sichtweisen der anderen frei zu ertragen. Früher haben wir gesagt: Ich bin anti-kommunistisch. Aber trotzdem würde ich mit einem Kommunisten ein Bier trinken gehen. Würde ich das? - Aber gerne! Nur muss der dann damit
leben, dass ich seinen ideologischen Unsinn beim Namen nenne. Gleiches gilt für Moslems - wenn auch wahrscheinlich nicht bei einem Bier.
Ich hatte immer wieder Muslimas im Unterricht, mit und ohne Kopftuch. Ich würde keine Sekunde zögern, ihnen zu sagen, was ich von ihrem Propheten halte und warum ich das tue. Aber mir käme es nicht in den Sinn, diese Frau bei der Benotung in irgendeiner Form schlechter zu stellen. Denn am Ende vertraue ich auf den Liberalismus, glaube also durchaus, dass er die bessere der möglichen Welten bewirkt. Jeder nach seiner Facon. Und jeder nach seiner Leistung.
Das ist für mich durchaus ein Konflikt: Hier die Pflicht, dem anderen seine Freiheit zu lassen. Dort die Gefahr, die von denen ausgeht, die die Freiheit nutzen, um sie zu beseitigen. Das ist ganz sicher eine Gratwanderung. Nur hat sie eben nichts mit "ausländerfeindlich" oder "diskriminieren" zu tun. Es geht um Kritik und nur um Kritik. Es geht um die Kritik an einer Ideologie, die eine ganze Weltgegend in ihren Fängen hält.
Dienstag, 17.Mai 2016
Heruntergelassene Hosen
Die Journaille des Guten Deutschen Reichs ist köstlich - allerdings ist es wie bei allen Dummen: Sie machen ihre besten Witze unfreiwillig.
Dass Donald Trump der neue Ronald Reagan der Linken ist, ist nichts neues. Aus alles Rohren schießen Gutmenschen und selbsternannte Liberale seit Monaten auf den Kandidaten der Republikaner. Seine mögliche Präsidentschaft gilt als Untergang des Abendlands, sofern man nicht ohnehin schon der Meinung ist, dass die USA wirtschaftlich und militärisch am Ende sind und chinesisches Spielzeug demnächst die Weltmeere beherrscht.
Nun wurde eine bekannte Journalistin eines US-Senders nach Meinung der FAZ "gezwungen", den besagten Donald Trump in einer Sendung zu interviewen und das nicht in der Weise, wie sie es üblicherweise machte, sondern möglichst friedlich. Als würde es Trump stören, wenn er hart angegangen wird. Um diesem, seinem Eindruck, einen sprachlichen Ausdruck zu verleihen, verstieg sich der Journalist der FAZ zu der dankbaren Formulierung:
"Denn in Wirklichkeit wurde eine der smartesten und schärfsten politischen Journalistinnen Amerikas genötigt, sich klein zu machen und mit einem Politiker, dem sie die Hosen herunterzuziehen sich anschickte, zu kuscheln."
Ja, man sollte sprachliche Bilder nicht verwenden, wenn man sie nicht verstanden hat. Denn die Hosen runtergezogen bekommen zu haben ist durchaus nicht dasselbe, wie mit runtergelassenen Hosen dastehen. Oder besser: Ein Mann, dem die schärfste Journalistin Amerikas, gerade die Hosen heruntergezogen hat, schaut sicherlich anders in die Welt, als ein Mann, der mit runtergelassenen Hosen dasteht - noch dazu, wenn er Donald Trump heißt. Denn der würde, da bin ich sicher, nicht kneifen. Und beim Kuscheln würde er es sicherlich auch nicht belassen. Da müssen sich weder der Journalist noch die Talkmeisterin Sorgen machen.
Sorgen machen muss sich dagegen die FAZ, wenn sie solche Journalisten bezahlt. Denn am Ende steht nicht nur dieser Journalist selber, sondern auch sein Brötchengeber da mit den sprichwörtlichen runtergelassenen Hosen. Allerdings schickt sich keine Kollegin an, ihn klein zu machen. Wie für die Peinlichkeit, muss er auch dafür selber sorgen. Hoffen wir, dass er die Hose zuvor wieder hochzieht. Meinetwegen auch hochgezogen bekommt. Schließlich kann ein deutscher Journalist sich nicht alles selber besorgen.
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Auch bei der FAZ schläft man nicht und löscht den hübschen Satz aus dem Beitrag. Jetzt ist das Blatt wieder so freiwillig langweilig wie zuvor.
Montag, 16.Mai 2016
Die Kosten der guten Tat
Was die sogenannten Flüchtlinge Deutschland kosten wagt kein Politiker offen auszusprechen. Herr Gabriel hatte im letzten Sommer noch so um die 500 Millionen Euro genannt. Aber der hatte auch davon geschwärmt, dass Deutschland jedes Jahr 500.000 Flüchtlinge aufnehmen könne. Und dass Gabriel nicht der hellste ist, wissen wir. Schon im Februar sprach er von den Obergrenzen, die es nicht gibt und davon, dass es aber auch nicht unbegrenzt geht. Da ahnte er wohl, dass es zumindest für die SPD vor allem keine Untergrenze mehr gibt.
Wie hoch die Kosten tatsächlich sind, kann man scheinbar nur ahnen. Wenn da
nicht die Dummheit der Politiker wäre und sie sich daher immer mal wieder verplappern. In diesem Fall sind es die Strafen, die man jenen Osteuropäern angedroht hat, die von ihrem Recht Gebrauch machen wollen, deutlich weniger Flüchtlinge und dezidiert keine Flüchtlinge aus moslemischen Ländern aufzunehmen.
Die Hautpstadt des Gutdeutschen Reichs verweigert den Ländern, die zuerst unter Schlechtdeutschland und dann unter Russland gelitten haben, dieses Recht. Nun kuschen Warschau, Prag und Budapest aber nicht. Also sollen sie 250.000 Euro zahlen - pro Flüchtling! pro Jahr!! Die Unverschämtheit dieser Summe soll dabei wohl darüber täuschen,
was diese Summe vor allem verrät: Die wahren Kosten des merkelschen Amoklaufs vom letzten Spätsommer. Denn davon, dass die Strafe in einem Zusammenhang zu den Kosten steht, darf man ja wohl ausgehen. Alles andere wäre rechtswidrig. Und auch wenn dieser Zustand in Europa mittlerweile zur schlechten Gewohnheit geworden ist, hätte die Verklagten eine Chance in Straßburg. Die Summe verrät also die Kosten.
250.000 Euro pro Flüchtling pro Jahr machen bei einer Millionen Flüchtlingen einen Betrag von 250.000.000.000 Euro jährlich allein für Deutschland. 250 Milliarden Euro das sind etwa 3/4 des aktuellen Bundeshaushalts. Jährlich! Es handelt
sich also keineswegs um einmalige Beträgei, sondern um laufende Kosten.
Und wofür? Für Heerscharen von Beamten, Lehrern, Helfern und Mitarbeiter diverser Hilfsindustriebetriebe, die Deutschland mittlerweile überziehen, wie die Heuschrecken, von denen einst Müntefering sprach, als er gegen geldgierige Banker hetzte.
Doch der Zweck heiligt die Mittel. Wir bilden Muslime. Dass die sich nicht bilden wollen, erfahren die Schweden gerade durch das Scheitern all jener Programme, mit denen Sozialdemokraten glauben, die Welt auf Kosten des Steuerzahlers retten zu können.
Sonntag, 15.Mai 2016
Freiheit statt Islam
So müsste die Diskussion über den Islam in Anlehnung an den Slogan der CDU aus den 1970er Jahren titeln. Damals hieß es Freiheit statt Sozialismus und auch dieser Slogan war mehr als berechtigt. Die Linken von damals wussten schon, warum sie ihn verwerflich fanden und mit Empörung reagierten. Der getroffene Hund bellt bekanntlich.
Und auch beim Islam geht nicht um Demokratie - die kann im schlimmsten Fall zur Diktatur der Mehrheit werden. Oder noch etwas schärfer formuliert: Hitler hätte 1940 jede Wahl gewonnen. Nein, es geht um die Freiheit und die Rechte der Minderheiten. Die sind aber in keinem einzigen islamischen Land gegeben.
Wer nun die Türkei nennt, der muss vorsichtig sein. Zwar entfernte sich die Türkei unter Attatürk zumindest zeitweise vom Islam, den der begründer der modernen Türkei ganz richtig als Wurzel aller Übel erkannt hatte - aber auf der
anderen Seite begeht eben diese moderne Türkei den ersten Völkermord im Europa des XX.Jahrundert. Mit anderen Worten: Als der Islam nicht mehr Staatsreligion ist, beginnt die Türkei mit der Ermordung ihrer christlichen Bürger. Wer es nicht glaubt, sieht sich am besten die Bevölkerungsstatistik Istambuls an. Um 1900 sind etwas die Hälfte christlich; 1955 sind es kaum mehr 1 Prozent. Das ehemals multikuturelle Konstantinopel war christenfrei. Denn auch die griechischen Christen wurden zu Tausenden ermordet; die anderen verließen die Türkei, so schnell es geht. Wie sich diese Geschichte mit der Türkophilie etlicher Grüner und Linker verträgt, weiß ich nicht zu sagen. Denn dass sie diese Geschichte nicht kennten, stimmt ganz sicher nicht.
Die Parallele zum Deutschland unter Kanzler Hitler ist auffällig. Auch das Dritte Reich war dezidiert antireligiös bzw. laizistisch - und tobte seine Mordlust an einer zunächst religiös
definierten Gruppe der Bevölkerung aus. Als hätte man die christliche Religion und ihr Mordverbot über Bord geworfen, um dann erst so richtig ermorden zu dürfen.
Hier sind Deutschland und die Türkei tief miteinander verbunden: Ihr Selbstfindungsprozess basierte auf der Vernichtung religiös definierter Minderheiten. Mit dem Unterschied, dass eine Konvertierung zum Islam möglich war, eine Loslösung vom Judentum unter den Nürnberger Gesetzen aber nicht. Der mag im Einzelfall wichtig gewesen sein - an der Grundintension der Täter ändert er wenig. Es darf also nicht wundern, dass die Türkei auch heute gegenüber nicht-moslemischen Mindernheiten ein totalitärer islamischer bzw. sunnitischer Staat bleibt.
Wer darüber nachdenkt, fragt sich einmal mehr, wie jemand jemals auf die Idee kommen konnte, diesen Staat in die EU aufnehmen zu wollen. Europa ist nicht islamisch, auch wenn der Islam auf einige wenige Landstriche Europas
Einfluss gehabt hat. Der Beitrag zur europäischen Kultur - Philosophie, Kunst, Musik, Literatur - ist bestenfalls marginal zu nennen. Und den vielbeschworenen Beitrag der Muslime zum aktuellen Europa kann niemand benennen, wenn er gefragt wird. Was sich allerdings kaum jemand ernsthaft traut, der nicht als Wiedergänger Hitlers gelten will.
Sei's drum. Deutschland diskutiert mal wieder am Thema vorbei. Aber die Demokratie hat ja auch so ihre bequemen Seiten, kann man sich doch schließlich auf die Mehrheit berufen, wenn einem der Mut fehlt, seine Freiheit zur Not auch mal gegen die Mehrheit zu verteidigen. Und Bequemlichkeit ist nun eines der Markenzeichen dieses von Seniorenheimen und Frührentner gezeichneten Landes. Dabei möchte ich nicht darüber nachdenken, was passiert, wenn die Kosten für die Ausbildung der Araber die Renten mindert. Dann ist Schluss mit lustig.
Donnerstag, 12.Mai 2016
Deutsches Fernsehen
Endlich Ferien, denkt man und weil man an den meisten Ferienorten kein Netflix empfangen kann, schaut man ins deutsche Fernsehen. Und dort wurden die schlimmsten Erwartungen übertroffen. Nach gefühlten 25 Jahren mal wieder einen »Tatort« angesehen. Es war nur abgrundtief blödsinnig.
Dann kam noch eine dieser Talkshows - wobei diese zumindest einen gewissen Unterhaltungswert für mich hatte, denn zum ersten Mal konnte ich Frau Petry in Aktion sehen. Und sie machte einen ganz guten Eindruck. Auch wenn sie etwas arrogant wirkt und das kommt beim Zuschauer wahrscheinlich nicht unbedingt gut an.
Einmal mehr wurde jedoch deutlich, was das Problem mit den Politikern der Blockparteien ist. Sie sind nicht nur verlogen - das ginge ja noch. Sie sind vor
allem dumm. Anders ist es wohl nur schwer zu erklären, dass sie sich mit einer Studie brüsten, in der 90% aller strenggläubigen Muslime sich hinter die Demokratie als Regierungsform stellen. Als wäre das das Problem. Und als würde dieses Ergebnis auch nur entfernt etwas besagen. Petry hat darauf hingewiesen, dass diese Zahlen nur dann etwas sagen, wenn man sie mit den Prozentsätzen unter den Mitgliedern der anderen Religionsgemeinschaften vergleicht. Aber von diesem Gedanken - eigentlich eine Grundlage jeder sinnvollen Statistik - sind die Fernsehmoderatoren und Politiker dieses Landes weit entfernt.
Eine muslimische Religionslehrerin hatte jedenfalls die Bildung als Problem erkannt und leugnete den Zusammenhang zum Islam. Die Gegenfrage, ob nicht die mangelhafte Bildung der meisten Muslime etwas mit
der Religion Islam zu tun hat, stellte ihr keiner. Auch wenn die Fakten hier deutlich sind. Muslime hinken in Europa ausnahmslos hinterher und die muslimischen Länder im Weltvergleich sowieso. Einen ernsthaften Nobelpreis hat bisher einer bekommen. Nein, die hellsten sind Muselmanen nicht.
Woran das liegt? - Ganz einfach: An eben dieser Religion. Die schlechte Bildung spiegelt die intellektuelle Dürftigkeit des Koran wider. Ich habe jedenfalls in den bisher gelesenen Suren nichts gefunden, was des Nachdenkens Wert ist. Kein Wunder, dass dieser Text auswendig gelernt werden muss. Innen ist er halt leer.
Aber die muselmanische Dame durfte ihre Sicht des Islam zum besten geben und verfuhr dabei nach dem Motto, das alle anbeten, wie den Heiligen Gral: Der Einzelfall. Solange es auch nur einen
Moslem gibt, der kein Terrorist ist und nur einen, der gut integriert ist, solange wird jedes allgemeine Urteil über den Islam mit Hinweis auf diesen einen Fall niedergewalzt. Dass es nicht eine islamische Demokratie in der Welt gibt, nicht einen toleranten Staat mit moslemischer Mehrheit ficht die Gesundbeter des Islam nicht an. Sie halten sich weiter an den Einzelfall und kommen sich dabei auch noch schlau vor.
Und so fügt sich die eine Dämlichkeit zur nächsten: Man versteht nichts von Statistik und von Soziologie schon gar nicht. Wie andere Leute diesen Bockmist tagtäglich ertragen - ich weiß es nicht. Aber das ist bekanntlich das schöne an der Dummheit: Man bemerkt sie selber nicht.
Dienstag, 3.Mai 2016
Dreiunddreißig
Die AfD hat am Wochenende ein Programm verabschiedet, das in den Medien mal als 10 und mal als 20 Punkte Programm präsentiert wird, aber immer wird auf den rechten Charakter verwiesen. Die FAZ behauptet, man würde nach einer Umsetzung Deutschland nicht wiedererkennen. Es wird gar von einer Parallele zu anno Dreiunddreißig gesprochen. Da musste ich denn doch laut lachen. Auch wenns nichts wirklich zum Lachen ist, dass dieser Parteitag mit der Lage von Dreiunddreißig verglichen wird. Aber ok, das Geschichtswissen deutscher Journalisten hat einen Grad von Dürftigkeit erreicht, der schwerlich zu unterbieten ist. Die gehören zu den Salonantifaschisten, die denken, Hans Frank sei der Vater von Anne Frank. Dazu ist das Programm alles mögliche -
nur eben nicht rechtsradikal. Und ganz sicher ist es nicht antisemitisch, wie einige suggerieren, nur weil man das Schächten verbieten will. Handlungen, die nichts weiter sind als Tierquälerei, sind eben zu verbieten. Daran sollte auch die Berufung auf den Glauben nichts ändern, denn andernfalls erklärt jemand noch, Ladendiebstahl entspräche den Regel seiner Religion. So oder so: Man wird den ganzen lieben langen Tag mit Propaganda eingedeckt. Überall entdecken soziologische Flachköpfe rechtsradikales Gedankengut und belegen sich durch Studien, deren Gehaltlosigkeit schon sprichwörtlich ist. Das hat nur in sofern etwas mit Dreiunddreißig zu tun, als der Bürger auch damals mit Propaganda der neuen deutschen Regierung eingedeckt wurde. Und wehe dem, der hier widerspricht. Wann wird dieses Land endlich liberal?
Der größte Aufreger war natürlich, dass de AfD sich klar gegen die Behauptung des Ex-Präsidenten Wulff abgesetzt hat, der Islam gehöre zu Deutschland. Seltsam, dass man das überhaupt sagen muss, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört. 5% Moslems ändern daran herzlich wenig - oder kann mir jemand einen irgendwie nennenswerten Beitrag der Islam zur deutschen Geschichte nennen? Ich kanns nicht. Und die Moslems im Land haben als Moslems ebenfalls herzlich wenig geleistet. 65% aller Personen mit Migrationshintergrund stehen in Lohn und Brot. Beim Durchschnittsbürger sind es 75%. Wenn das kein Unterschied ist. Nein, die AfD benennt die Fakten beim Namen. Deshalb punktet sie kontinuierlich und zieht an Grünen, Linken und SPD vorbei. Das schlimmste für die Salonantifa muss aber sein, dass
ihre Sprüche, mit denen sie dieses Land seit drei Jahrhzehnten bepflastern und sich moralisch über den Durchschnittsdeutschen erheben, dass diese Sprüche nurmehr ins Leere laufen. Der Hinweis auf Hitler und seine Schergen ist zum Kleingeld geworden, der niemanden mehr interessiert, als die, die ihn machen. Damit wurde erreicht, was die NPD so gerne erreicht haben würde: Hitlers Reich wird verharmlost. Denn wenn die Situation heute wirklich an Dreiunddreißig erinnert, dann kann es damals so schlimm nicht gewesen sein. Das ist es, was diese elenden Vergleiche bewirken. Und das ist tatsächlich das schlimmste.
Sonntag, 1.Mai 2016
Zerstörung und Selbstzerstörung
Da schaltet man gegen 10 Uhr morgens das Radio ein und gerät in die Wellenlänge eines Staatssenders - und schon wird man mit der elenden Dummheit der Zeitgenossen konfrontiert.
10 Uhr, das war einmal Kirchgehzeit. Und da sowieso keiner mehr hingeht, kommt die Kirche per Rundfunk ins Haus. Ich kenne die Einschaltquoten nicht, vermute sie aber im Bereich unter einem Prozent. Doch das ficht die Prediger nicht an. Sie haben ja die Wahrheit schon gefunden und brauchen keine Bestätigung durch die Mehrheit.
An sich ist das ja nicht einmal schlecht. Denn die Mehrheit liegt immer mal wieder deutlich daneben. Doch dispensiert diese Distanz zur Mehrheit nicht von Kriterien, nach denen man die Wahrheit erkennt. Und da überbieten die Pfaffen
bekanntlich an Willkür alles, was man so kennt von den Märkten der Wahrheit.
Heute morgen geht es in der Predigt - wie könnte es anders sein - um Flüchtlinge. Und darum, dass wir sie aufnehmen müssen. Egal, ob sie aus dem Iran kommen oder aus Pakistan, egal ob es sich um Moslems handelt oder um von Moslems verfolgte Christen. Denn das verlangt unser Glaube.
Zu solch dünnblütigen Begründungen fehlt mir leider der Mut. Doch der Pfaffe scheint das zu ahnen, und daher unterfüttert er seinen Salm mit ein paar Fakten aus dem Palästina vergangener Tage. Dort wären es die Juden gewesen, die die Flüchtenden aufgenommen und versorgt hätten. Denn sie hätten gewusst, was es heißt, Verfolgte zu sein. Wieder einmal müssen also die Juden herhalten.
Nach diesem rhetorischen Trick aus der gutmenschlichen Mottenkiste - wer will schon was gegen Juden sagen? - nach diesem Griff in die Mottenkiste spannt der Pfaffe einen weiten Bogen und beschreibt, dass die Fremden ja eigentlich Menschen sind und weil sie vor Gott gleich sind müssen wir sie auch als gleiche empfangen und am Ende neben uns leben und wohnen lassen. Kurz: Die Flüchtlinge sind vielleicht nicht gleich Deutsch, haben aber ein Anrecht hier zu leben, wie jeder hier geborene auch.
Mit diesem in samtschleimigem Ton verbreiteten Unsinn versucht uns die Kirche die zunehmend kritische Lage nett zu reden. Ja, sie fordert uns auf, die Millionen, die nach Deutschland wollen, weil es hier, wenn nicht gleich Geld, dann aber doch Markenwaren
regnet, diese Millionen sollen wir aufnehmen und ihnen die Geschichten abnehmen, mit denen sie unsere Herzen erwärmen und die Brieftaschen erleichtern.
In letzter Zeit geht mir daher immer wieder Marx durch den Kopf und sein Wort von der Religion, die Opium des Volkes sei. Allerdings bezweifle ich, dass er auch nur geahnt hat, zu welchen moralischen Tiefen und scheinmoralischen Höhen die Religion die Menschen noch treibt: In Moslemien fallen Abertausende den Phantasien eines Kinderschänders zum Opfer - hier sollen ganze Völker beim Nächstenlieben verschwinden. Zerstörung und Selbstzerstörung - das ist die Essenz dieser Glaubensätze. Gewalttätig sind sie so oder so.
April top Juni
* Der Titel "Die Verheerung Europas" bezieht sich auf die Aufzeichnungen von Wilhelm Muehlon aus den ersten Tagen des Ersten Weltkriegs. Muehlon gehört zu den großen deutschen Intellektuellen, die heute praktisch vergessen sind. Sein Kriegstagebuch über den Zweiten Weltkrieg zählt zum besten und spannendsten, was über diese zweite europäische Katastrophe geschrieben wurde: Distanziert, zugleich beteiligt und immer mit einem Blick, den man sich für die heutige Zeit wünscht.
© Wolfgang Hebold
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