Wolfgang Hebold

Die Verheerung Europas *

Ein Tagebuch des Niedergangs
2018
Mittwoch, 24. April 2019
Notre Dame - Ein Reichstagsbrand ?

Auf den ersten Blick haben der Brand des Daches der Notre Dame 15.April 2019 und der Brand des Reichstags am 27.Februar 1933 wenig gemeinsam. Hier gab es einen Täter – dort gibt es nicht mal einen Hinweis auf einen Täter. Hier handelte es sich um ein weltliches – dort um ein geistliches Gebäude. Hier war ein noch recht junges – dort ein tief verwurzeltes Gebäude betroffen.

Andererseits kocht die Gerüchteküche in beiden Fällen schnell hoch. Beim Reichstag ist bis heute fraglich, ob der Täter allein unterwegs war. Da das nach Aussage von Brandschutzfachleuten als wenig wahrscheinlich gilt, wird des weiteren ebenfalls bis heute, nein, nicht gefragt, sondern gestritten, ob Nationale oder Internationale Sozialisten dem Täter halfen. Dabei trifft "gestritten" es nicht – über den Reichstagsbrand wurden Prozesse geführt, Dokumente gefälscht und politische Debatten über die Berechtigung, für das Gute Dokumente zu fälschen, geführt. Beim Brand der Notre Dame war die Gerüchteküche zwar ähnlich schnell unter Dampf wie beim Reichstag. Doch zugleich hielten sich die meisten zunächst deutlich zurück. Das hatte einen einfachen Grund. Zwar haben zahlreiche Moslems sich ihre Häme ob des Brandes nicht verkniffen; doch ein Bekennerschreiben tauchte bislang nicht auf und dabei lieben Terroristen moslemischen Glaubens es bekanntlich, sich jubelnd als Täter der moslemischen Welt zu präsentieren. Erst nach einer Woche wurden Fragen gestellt; Fragen der Art, warum keiner Fragen nach den Brandstiftern stellt – die leerste der Leerformeln aller verschwörungstheoretischen Grundbaukästen. Das beredte Schweigen zeigt, dass wahrscheinlich einfache Fahrlässigkeit den Brand der Kathedrale ausgelöst hat.

Doch genau hier setzt sich die Parallele zum Reichstagsbrand fort. Denn auch im Februar 1933 spielte sehr wahrscheinlich der Zufall eine entscheidende Rolle. Denn selbst wenn den Nationalsozialisten bislang die Täterschaft nicht nachweisbar ist – in jedem Fall nutzten sie den Brand rasant und weidlich für ihre Zwecke und Ziele. Binnen kurzem wurden viele Gegner der neuen Regierung verhaftet, Gesetze erlassen, die die völlige Machtübernahme leichter machten und legaler aussehen ließen.

Bei Notre Dame ist es – in status nascendi – ähnlich. Auch hier wird ein zufälliges Ereignis schnell von den aktuellen Machthabern für ihre Interessen genutzt. Die Staatsmedien gingen voran. Sie nahmen Brand und fehlenden Täter zum Anlass, um zu beweisen, dass der Islam friedfertig ist. Denn gerade in diesem Fall, beim Brand von Notre Dame, liegt eine islamische Täterschaft so unglaublich nahe. Haben Moslems nicht immer wieder die heiligen Stätten anderer Glaubensgemeinschaften systematisch geschändet: Kirchen umgebaut, Buddhastatuen für immer vernichtet? Wollten die ägyptischen Moslembrüder nicht die Pyramiden zerstören? Ein Angriff auf Notre Dame lag also fast zwingend nahe. Und weil das so ist und weil kein Täter auftaucht, muss der Schluss vom Islam auf den Terrorismus eben falsch sein. Was also 1933 einen kommunistischen Umsturzversuch beweisen sollte, von denen es zwischen 1918 und 1933 mehr als einen gegeben hatte, soll heute, wie schon gesagt, umgekehrt zeigen, dass der Islam friedfertig ist.

Dazu passt, in einer Fortsetzung der Parallele zu 1933, dass die Staatsmedien es sehr eilig hatten, darauf zu verweisen, dass die Gerüchteküche bei allen Anschlägen augenblicklich mit der Arbeit beginnt. Wieder einmal wurden die Kritiker der Islamisierung diskreditiert. Dass bei den meisten Fällen die Vermutung, die Täter wären wieder mal Moslems, auch zutraf, wird natürlich verschwiegen. Man kapriziert sich einfach auf jene Fälle, bei denen der Täter kein Moslem war. Des weiteren gibt man sich mit den üblichen Methoden einen wissenschaftlichen Anstrich. Mit den üblichen Methoden meint: Es wird ein vornehmlich englischer Name kreiert, der Wissenschaftlichkeit suggeriert; hier ist es der fakten-finder der ARD – eine Wortschöpfung, die die Einfaltsquote der Sendeanstalt sicher noch weiter erhöht.

Die Arbeitsweise dieser fakten-finder verdient einen Moment der Aufmerksamkeit: In Frankreich wurden im Jahre 2018 nachweislich 875 mal Kirchen attackiert. Unter diesen Fällen suchen die fakten-finder sich einige wenige raus und nennen in noch weniger Fällen die Täter. Darunter waren – welch ein Zufall – keine Moslems. Und was ist mit den anderen Fällen? – Darüber schweigen sich die fakten-finder noch aus. Wahrscheinlich suchen sie noch. Die Tatsache, dass es im Durchschnitt täglich zu drei Attacken auf Kirchen kommt, scheint die fakten-finder nicht weiter zu kümmern. Sie kaprizieren sich, wie das berüchtigte Trüffelschwein, auf Fakten, die ihnen schmecken.

Zurück zu Reichstag und Notre Dame. Denn die eigentlichen Parallele zwischen diesen beiden Bränden liegt nicht in den Fakten, sondern in der abgrundtiefen Symbolik. Der Reichstagsbrand steht bis heute für das Ende der Republik von Weimar, diesem ungeliebten Versuch, aus einem verlorenen Krieg einen siegreichen politischen Anfang zu drechseln. Und in einer Aktion, die den Namen politischen Perversion wirklich verdient, nutzten ausgerechnet die Nationalsozialisten den Brand dieses Symbols Deutscher Kaiserlicher und Republikanischer Demokratie für ihre durch und durch undemokratischen Zwecke – wo doch eigentlich die Demokraten dieses Fanal als ein Zeichen für sich hätten erkennen müssen, nun endlich mit dem Widerstand zu beginnen. Sie taten es nicht, wie wir wissen.

Müsste der Brand der Notre Dame nicht die Christen des Westens vereinen und sie endlich auf den Weg ihrer osteuropäischen Brüder und Schwestern geleiten, die ihre Grenzen abschotten gegen ausbreitungsfreudige Moslems? Dann wäre der Zauber einer von linken und grünen Internationalisten forcierten Eroberung Westeuropas durch Arabien und Afrika binnen kurzem vorbei. Doch es gibt keinen Aufstand der Christen. Statt dessen wird der Brand von jenen politisch ausgeschlachtet, die erklärtermaßen keinen Sinn haben für Glauben und göttliche Fragen. Die Ungläubigen nutzen den Brand eines Gotteshauses für ihre ungläubigen Zwecke – das ist die politisch-kulturelle Perversion des Brandes der Notre Dame am 15.April 2019 und das ist auch die Parallele zum 27.Februar 1933, als die Undemokraten ein Parlamentsgebäude für ihre undemokratischen Zwecke missbrauchten.

Die Betrachter des Brandes, die sich staunend und photographierend um das Gebäude scharten, schienen dagegen noch aus einem bösen Schlaf zu erwachen. Den meisten war dieses Wahrzeichen im Sinne eines Zeichens der Wahrheit bloß eine von vielen Attraktionen auf dem attraktiven aber sündhaft teuren Pflaster der französischen Hauptstadt. Vielleicht ging dem ein oder anderen beim Anblick der Flammen ein Licht auf - man verzeihe mir dieses Wortspiel, aber hier passt es. Man kann es nur hoffen. Denn die ungläubigen Machthaber haben auch in diesem Fall, wie schon beim Brand des Reichstags, einen gewaltigen Vorsprung, den nur ein neu gewonnener Glaube einholen kann.

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Ostersonntag, 21. April 2019
Allahs Rache oder Göttliche Komödie ?

Ein kanadischer Kopftuchmoslem hat den Brand der Notre Dame als Rache Allahs für das Verbot der Vollverschleierung bezeichnet – und viele regen sich auf. Hätte sie gesagt, es wäre die Rache Gottes dafür, dass die europäischen Christen ihre Glaubensbrüder in moslemischen Ländern im Stich lassen würden – man könnte es als Gläubiger wohl nicht gänzlich bestreiten. Die Massenmorde auf Ceylon bestätigen nur, was viele schon wissen: Die christlichen Kirchen lassen die Christen im Stich. Die Rache Gottes wäre durchaus begründet.

Nun hat der kanadische Moslem aber nicht von einer Rache Gottes, sondern Allahs geredet. Damit aber hat sie Glatteis betreten. Nicht nur, weil sie die Bemerkung später als spaßig gemeint relativierte – ein Unding, wenn man überlegt, dass sie sich auf Allah bezog. Oder sind Späßchen auf Kosten Allahs neuerdings im islamischen Glauben erlaubt ? Das würde mich wundern. Denn falls es ein gemeinsames Kennzeichen gibt für die angeblich vielen Islams, dann ist es seine absolute Humorlosigkeit. Das mit dem Spaß dürfte also wohl eher eine fade Ausrede sein, eine Täuschung, wie man sie kennt.

Also nehmen wir die Äußerung ernst und machen Allah zum Gott. Nur so ergäbe der Rachegedanke wirklich Sinn. Und selbstverständlich könnte dann der Brand in der Notre Dame Allahs Rache für das Verbot der Vollverschleierung sein. Daran ist aus der Warte von Muselmanen gesehen ganz und gar nichts verkehrt. Im Gegenteil, diese Sichtweise hat den Vorteil der Ehrlichkeit für sich. Was, zugegeben, im Rahmen einer Kriegerreligion etwas ungewöhnliches ist. Denn im Krieg sind Lüge und Täuschung wichtige Waffen.

Doch der Gedanke einer göttlichen Rache hat es, wirklich ernst genommen, in sich. Zwar gibt es keinen Plural für Rache – aber es stellt sich nun umgekehrt für mich die Frage, wie man denn dann als Moslem andere, vergleichbare Ereignisse deutet ? – 1897 stürzte die Große Moschee von Samarkand ein, ein Erbstück von Timur dem Lahmen - eine göttliche Rache für Timurs Eroberungszüge und Massenmorde ? 1979 brachten Moslems die Große Moschee von Mekka in ihre Hand und ermordeten anschließend etwa 1000 Pilger – eine göttliche Rache für den Terrorismus im Namen Allahs ? 1990 sterben 1429 Pilger in einem Tunnel in Mekka – eine göttliche Rache für die Vertreibung und Ermordung Hunderttausender Juden ? 2006 werden bei einer Massenpanik rund 350 Moslems zu Tode getrampelt – eine göttliche Rache für 9/11 ? 2015 schließlich sterben in der Nähe von Mekka 769 Pilger – eine Rache für die Vertreibung und Ermordung Hunderttausender Christen aus Syrien und dem Irak ?

Bei soviel Rache in der Nähe von Mekka und an anderen heiligen islamischen Orten würde ich als Gläubiger zweifeln. Es braucht offenbar einen Plural für Rache, den es im Deutschen nicht gibt. Der könnte dann auch all die anderen Fälle umfassen, in denen Moslems Leid durch ihren Glauben erfahren. Nur fehlen mir Zynismus und Glaube an Allah, um hier das Werk eines Gottes zu sehen. Viel eher erkenne ich hier menschliche Vermessenheit – die Große Moschee von Samarkand stürzte ein, weil Timur der Lahme die größte Kuppel zu schnell bauen ließ –, mitunter Blödheit – die Paniken in Mekka waren allesamt absehbar – – aber manchmal werden einfach nur die Bestimmungen des Brandschutzes ignoriert. Göttliche Fügung ? – Ich weiß es nicht. Aber beim Wiederaufbau machen sich die Götter wohl doch einen Spaß: Die Große Moschee in Samarkand wurde, nachdem sie völlig verfallen war und viele Steine in den umliegenden Häusern verbaut worden waren, auf Weisung Moskaus ab ca. 1974 von neuem errichtet. Bliebe die Frage, warum die Kommunisten das taten: Aus Ehrfurcht vor Allah oder vor Timur dem Lahmen ? – Die nächste Göttliche Wiederaufbaukomödie erleben die Götter bei Notre Dame. Seit einer Woche spielt sie in Paris.

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Donnerstag, 18. April 2019
Gretas Klima-Jugend

Der Rummel um Greta Thunberg wird immer wieder als religiös beschrieben; man spricht vom Kinderkreuzzug und sogar von einer Klimareligion, die zumindest Teile der Menschheit ergreife. Doch nichts könnte falscher sein, als diese Deutung des Geschehens um die Klimaveränderungen und eine umtriebige 16-jährige Göre aus Schweden. Und dass der Papst den Rummel goutiert, beweist überhaupt nichts; bestenfalls ist es ein Hinweis, dass auch der Papst etwas mitmacht, was viele von uns seit langem bewegt. 2015 hielt es ganz Deutschland gefangen.

Was es ist ? – Nun, ganz einfach. Der Hang zu Aufregung und Vergnügen. Früher ging man dafür auf den Jahrmarkt, bewunderte Sonderbarkeiten und Sensationen. Die Ausstellung missgestalteter Wesen bildete einen wesentlichen Teil der Attraktionen; hinzu kamen Männer mit Riesenkräften, Frauen mit mehr als zwei Möpsen oder siamesische Zwillinge; Menschen mit keinem oder vielen Geschlechtern gehörten sicherlich zu den Hauptattraktionen. Heute spricht man von Event und Action; für ersteres kann man sich Manager mieten und wer will, kann es studieren. Der Beruf Eventmanager verheißt eine blühende Zukunft. So gesehen ist das Leben der Greta Thunberg Sinn und Programm: Rundreisen mit den Presseleuten und ihren laufenden Kameras als Gegenüber – welcher Teenie erblasste da nicht vor Neid ? Dazu eine Goldene Kamera, die Frau des Jahres und der Nobelpreis für Literatur – oder war es der für den Frieden ? Atemlos hetzt Greta durch die europäische Nacht von einem zum nächsten und ruft auf zur Panik. Nur: Mit Religion hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Dieser peinliche Zirkus gehört in eine andere, er gehört in die heutige Zeit. Kommunisten und Nationalsozialisten haben nach derselben Masche regiert: Tagtägliche Action. Jeder Tag wurde zum Beginn eines neuen Zeitalters der Menschheit erklärt, jede Mahlzeit war ein Bankett für Volk und Führer. Auf den Parteitagen kulminierte die Bewegung und tanke sich unterm Lichterdom voll mit neuem Schwung. Das alles hatte zwar einen Anschein von Religiosität. Doch es mangelte diesen Bewegungen ein entscheidender Aspekt des Eingedenkens an Gott: Die innere Würde durch Andacht. Die verträgt sich keine Sekunde mit medial inszenierten Rede von Panik.

Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus brauchten den ständigen Aufruf, die stete Aktion. Alles andere hätte Bedenken bedeutet; Innehalten im Alltag. Die aber können totalitäre Systeme als letztes gebrauchen. Sie schwelgen in Aktivitäten und feiern den Aktivisten. Sein aufgeregtes Auftreten gleicht nicht zufällig einer Marionette, die auf einer Tanzfläche rumzuckt. Bedenken sind nicht gewollt. Panik heißt ihr Prinzip. Sie wollen Panik verbreiten. Panik vor der Gegenrevolution, Panik vor dem inneren Feind, Panik vor einer klimaveränderten Zukunft.

Panik ist die Schwester des Terrors. Wer Panik erregt, der erzeugt Furcht. Er will die andren in Schrecken versetzen, auf dass sie laufen. Nichts anderes haben Kommunisten, Faschisten und Nationalsozialisten erstrebt; das haben die Arbeiten von Hannah Arendt über den Totalitarismus schon vor Jahrzehnten gezeigt. Wenn also die Medien das Gerede von Panik verbreiten, dann ist das nichts weiter als eine Drohung. Mit anderen Worten: Der Klima-Kult ist totalitär. Darin, in der Lust am Terror, ist er für die Aktivisten das reine Vergnügen.

Wenn also heute eine pausbäckige Schwedin, die aussieht wie eine Kreuzung aus BD-Mädel und Komsomolzin, von den Medien herumgereicht wird, dann ist das nichts weiter als der Versuch, eine Jugendbewegung ins Leben zu rufen, die nach den gleichen Prinzipien eint, die auch die beiden sozialistischen Jugendbanden beherrschten. Diese Klima-Jugend trägt den Keim des Terrors in sich und sie breitet sich mit Hilfe der Medien aus. Dass ihre Leitfigur darauf auch noch stolz ist, indem sie sich brüstet, die Leute zeigten Angst vor ihr, wenn sie ihre Bewegung mit der Hitlerjugend vergleichen, bestätigt das nur. Mit Religion hat das alles so wenig zu tun, wie die Massenaufmärsche in Nürnberg, Moskau und Mekka.

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Montag, 15. April 2019
Nauru - Ein sozialistisches Paradies

Keiner sage, es gäbe keinen realen Sozialismus. Es gibt ihn. Im Pazifik. Auf einer Insel kaum größer als Hiddensee mit allerdings deutlich mehr Einwohnern. Nauru – nördlich der Salomonen gelegen, von denen allerdings auch schon kaum jemand weiß, dass es sie gibt und dass sie einmal teilweise deutsche Besitzungen waren.

Nauru beherbergt den drittkleinsten Staat der Welt; nur Monaco und der Vatikan-Staat haben noch weniger Fläche. Mit diesen anderen Kleinststaaten hat Nauru eines gemeinsam: Es lebt nicht von der Arbeitskraft seiner Bewohner, sondern von einem Gut, das es gewinnbringend an andere Weltbewohner verkauft: Der Vatikan das Seelenheil von Katholiken; Monaco neben dem Glücksspiel spannende Geschichten um den Blut- und Geldadel aus aller Welt. Gleichsam als eine Art von Ergänzung lebt Nauru von Scheiße; von Vogelscheiße, um genau zu sein – Nein, nicht Vogelschiss; mit Nazi-Devotionalien handelt Nauru nicht.

Der Vogelmist hat sich über Jahrzehnte in Phosphat verwandelt und kann auf der Insel leicht abgebaut werden. Dadurch erhält die Insel eine markante Struktur: In der Mitte eine triste, gräuliche Mondlandschaft - außen ein grünes Band aus Palmen und Stränden. Bis 1968 bestimmte der Rohstoff Phosphat im schlechten Sinne das Schicksal der Inselbewohner. Ab 1888 deutsche Kolonie, wurde es 1914 von Großbritannien annektiert. Im Zuge der japanischen Eroberung Südostasiens wechselte die Insel 1942 noch einmal ihren Besitzer. Diesmal wurden die Bewohner als Zwangsarbeiter ins benachbarte Truk deportiert. Die wenigsten kehrten 1945 nach Nauru zurück – jetzt unter australische Herrschaft.

Mit der Unabhängigkeit im Jahre 1968 begann dann eine andere Zeit. Die Phosphatabbaugesellschaften wurden verstaatlicht und die Bewohner über Nacht zu Bürgern eines Staates mit dem höchsten Pro-Kopfeinkommen der Welt. Und anders als z.B. in arabischen Staaten profitierten sie auch wirklich davon. Kurz gesagt: Nauru war sozialistisch geworden. Weder offiziell noch de jure, aber de facto. Die Insulaner lebten im Reich der Freiheit ohne Notwendigkeit: Keine Steuern, freie Krankenversicherungen, jedem ein Auto und Boot, im Alter nur Gebratenes und Gesottenes statt Ausreise in den geschmähten Westen. Und das alles ohne Pechmarie oder andere Strafen für Leute mit mangelhafter Arbeitsmoral.

Doch auch dieses Paradies machte nicht glücklich. Ohne das Reich der Notwendigkeit wird es im Reich der Freiheit sehr schnell öde. Die Bewohner kamen in jeder Hinsicht auf den Hund. Die holländische Krankheit befiel sie – so nennen Wirtschaftstheoretiker es, wenn Länder durch Rohstoffreichtum in Nachteil geraten. In Nauru handelt es sich um eine geistige Abart. Versuche, in einem Anflug von weiser Voraussicht, das gewonnene Geld gewinnbringend in anderen Staaten zu investieren, endeten regelmäßig im Bankrott. Vielleicht fehlte den Bürgern einfach jedes Motiv, in Effektivitäten zu denken. Dann war der Rohstoff plötzlich verbraucht; es ging tatsächlich abwärts. Statt Phosphat zu verkaufen, begann man das trostlose Abbaugebiet an die australischen Behörden zu vermieten. Die suchte zum Glück nach Platz für Flüchtlinge fern ab australischer Strände. Und so hatte Nauru ein weiteres Mal etwa entdeckt, mit dem man Geld machen kann, ohne schuften zu müssen: Auf der Insel wurden Flüchtlingslager eingerichtet.

Natürlich handelt es sich auch bei Nauru um einen Sozialismus in einem einzelnen Staat, denn der Weltsozialismus funktioniert schwerlich nach diesem doktrinären Prinzip. Immer muss es einen anderen geben, der arbeiten geht. In anderen Fällen hilft eine Erbschaft – sei es bei der Vorgängergeneration oder dem Staat, in den man migriert. Nauru hat für seine wirtschaftlichen Probleme seine traditionelle Lösung gefunden: Unter dem öden Abraumgelände wurde weiteres Phosphat in großen Mengen gefunden. Und für das haben Vögel arbeiten müssen. Hier, in Nauru, lässt sich wirklich sagen: Es ist gelungen, aus Scheiße sozialistische Butter zu machen. Man arbeitet nur noch am Geschmack.

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Mittwoch, 10. April 2019
Habeck, die Grünen und ihre Sündenböcke

Hat sich die Presse des Gutdeutschen Reichs doch am Wochenende empört über die halbe grüne Parteispitze. Robert Habeck, einer der vielen Intellektuellen einer Partei, die auf ihre Intellektualität so viel hält, hatte die Enteignung von Wohnungsbesitzern zum möglichen Mittel der Politik erklärt, die Wohnungsnot zu bekämpfen. Verwundert stellte die Presse fest, dass die Grünen damit sozialistische Positionen beziehen.

Da fragt man sich doch: Worüber wundern die sich ? Etwa darüber, dass eine Partei, deren Funktionärselite im wesentlichen aus Alt-Kommunisten besteht, Enteignungen fordert ? Da kann man dann wohl wirklich nur noch den Kopf drüber schütteln. Denn dafür sind Kommunisten doch schließlich da: Um zu enteignen. Erst werden die Besitzer enteignet und dann eignet die Partei sich an, was andere durch Arbeit schaffen. Verwunderung und Empörung sind also eher ein Zeichen für die fortgesetzte Blindheit der Medien gegenüber einer Partei, die mit Umfragewerten bei 18% schon von Kanzlerschaft träumt.

Das heißt nicht, dass die Empörten nicht auch im Recht sind. Denn die Forderung nach Enteignung widerspricht dem Grundgesetz, das das Recht auf Eigentum garantiert. Bezeichnend an der Debatte, die seit fast einer Woche tobt, ist jedoch etwas ganz anderes: Die Hintergründe der aktuellen Mietpreiserhöhungen werden konsequent ausgeblendet. Zwar verweisen die meisten Kommentatoren auf den Markt, der Dank größerer Nachfrage höhere Preise erlaubt – aber warum die Nachfrage gestiegen ist und wohl noch weiter steigt, darüber schweigen Habeck und auch die Blätter.

Dabei ist die Sache ganz einfach: Die Nachfrage steigt, weil Bevölkerung wächst. Und die Bevölkerung wächst insbesondere in den Städten, weil die Regierung als Ergebnis einer grünen Ideologisierung der Politik immer mehr Menschen ins Land holt bzw. ins Land hineinlässt. Mit anderen Worten: Asyl- und Flüchtlingspolitik sind die wirklichen Ursachen für die momentane Misere am Wohnungsmarkt. Dass Linke und Grüne, die bekanntermaßen von Marktwirtschaft nichts verstehen, das nicht sehen, wundert nun mich nicht. Aber dass auch die Medien keinen Zusammenhang herstellen wollen bzw. nicht einmal danach fragen, zeigt an, wie sie es mit der Wahrheit halten.

Wenn aber die Politik der ungebremsten Zuwanderung der Grund für die Wohnungsnot ist, dann sind es vor allem die Grünen, denen wir die hohen Mieten verdanken und eben nicht fiktive Spekulanten. Sie sind nur die Sündenböcke für die Folgen einer Politik der offene Grenzen. Die Forderung "Deutsche Wohnen enteignen" erhält damit auch einen tieferen Sinn: Für Deutsche wird der Wohnraum durch die Grünen verknappt. Deutsche werden im Grunde enteignet.

Damit ergibt sich aber auch sofort eine einfache Lösung des Wohnraumproblems: Möglichst umgehende Rückführung der Migranten in ihre Heimat. Sind die ca. 2 Millionen Männer, Frauen und Kinder erst wieder in ihren Ländern, wird entsprechend Wohnraum frei für jene, die schon länger hier wohnen. Die Mieten werden sehr bald nicht weiter steigen. Und weil das so ist, verstößt die Forderung des Vorsitzenden der Grünen gegen das Grundgesetz. Denn die Enteignung ist, weil sie einem anderen Artikel der Verfassung widerspricht, erst möglich, wenn andere, leichtere Wege staatlicherseits nicht gangbar sind. Diesen leichtere Weg gibt es aber, wie eben gezeigt, ganz offenbar. Keine Lösung ist das, was Grüne, Linke und Sozialdemokraten immer wieder vehement fordern: Die Grenzen gänzlich zu öffnen. Wer das fordert, sorgt für weiter steigende Mieten. Wer das will, sollte das deutlich so sagen.

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Samstag, 6. April 2019
Die Linke und ihre Opfer

Im diesem März jährte sich zum hundertsten Mal die Niederschlagung der sogenannten März-Revolte von 1919. Bis zu 2000 Tote gab es in Berlin unter streikenden Arbeitern und revoltierenden Soldaten, aber auch Frauen und Kinder waren unter den Opfern. Die Täter stammten aus den berüchtigten Freikorps und setzten den Befehl um, den der Bluthund Noske ausgeben ließ: "Jede Person, die mit einer Waffe in der Hand gegen Regierungstruppen kämpfend angetroffen werde, ist sofort zu erschießen."

So jedenfalls wird die Geschichte von der Linken erzählt; und die Sozialdemokraten plappern es nach. Was in den neun Tagen zwischen dem 3. und 12. März jedoch tatsächlich geschah, ist im Grunde wenig belegt. Nachweislich rufen die Berliner Arbeiterräte am 3. März zum Generalstreik, der zunächst weitgehend befolgt wird. Der Streik fordert die Fortsetzung der Revolution vom November 1918. Damit stellt sich zumindest ein Teil der Arbeiter eindeutig gegen das aus den ersten freien und gleichen Wahlen im Januar 1919 hervorgegangene verfassungsgebende Parlament, die Nationalversammlung, die zeitgleich in Weimar tagt – es handelt sich also nicht um eine Revolte, sondern um einen Putschversuch von Links, der in eine Reihe mit anderen Putschversuchen wie denen von Ludendorf, Kapp und Hitler gehört.

Weiter ist sicher, dass das preußische Staatsministerium am 3.März über Berlin und Spandau den Belagerungszustand verhängt und den Oberbefehl über die Regierungstruppen Gustav Noske überträgt. Der Streik wird nach Zugeständnissen seitens der Regierung und Unstimmigkeiten unter den Streikenden bis zum 8. März schrittweise beendet; nun beginnen die Kämpfe zwischen linken Putschisten und Regierungstruppen. Am 9. März erobern Putschisten zuerst das Lichtenberger Postamt und dann das Lichtenberger Polizeipräsidium. In einer von praktisch allen Zeitungen verbreiteten Nachricht wird am 10. März über ein Massaker an Regierungssoldaten berichtet. Auch diese Berichte – nicht das, worüber berichtet wird! – gelten als sicher. Dass nun der Befehlshaber Noske befiehlt, jeden zu erschießen, der mit einer Waffe angetroffen wird, wird gleichfalls von niemand bestritten. Noske selber berichtet davon am 13. März vor der in Weimar tagenden Nationalversammlung, als er die Geschehnisse schildert. Er wollte verhindern, dass in Deutschland eine Machtergreifung von Links erfolgt und ein Bürgerkrieg ausbricht, wie er seit Monaten schon in Russland tobt. Soweit die Tatsachen.

Zu diesem gut belegten Geschehen phantasieren linke Politiker und politisierende Historiker seit ebenfalls beinahe 100 Jahren ihre Geschichten und Schauergeschichten hinzu – darin der Presse gleich, die am 10. März von dem Massaker berichtete, das in Wirklichkeit niemals geschehen war. Auch der Lichtenberger Bürgermeister Grunst gehört zu diesen Erzählern, wenn er anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung über die Ereignisse behauptet, die Presse habe damals "fake news" verbreitet. Weiß der Bürgermeister nicht, dass die Presse damals nur wiedergab, was von entkommenen Regierungstruppen vermutet worden war ? Oder weiß er einfach nicht, was "fake news" bedeutet ? Oder weiß er es und ist selber der, der "fake news" verbreitet ?

Klären wir auf: "fake news" sind laut Wiki "manipulativ verbreitete, vorgetäuschte Nachrichten". Und genau um eine solche Nachricht über ein Massaker an Regierungssoldaten handelte es sich am 10. März 1919 eben nicht! Die Zeitungen kannten nicht etwa die Wahrheit und haben dann wissentlich wahrheitswidrig berichtet. Es war lediglich eine Vermutung. Doch Bürgermeister Grunst macht daraus eine wissentliche Falschnachricht, wohl wissend, dass das nicht stimmt, denn man darf ja wohl annehmen, dass er die Ausstellung kennt, die er gerade eröffnet. Bürgermeister Grunst verbreitet also das, was er selber als "fake news" bezeichnet.

Ganz so schlimm ist es mit den weiteren Erzählungen um die Geschehnisse zwischen dem 10. und 12. März nicht bestellt. Sie sind nicht erlogen; nur sind sie auch nicht beweisbar. Denn die Quellen sind entweder das, was Historiker "unsicher" nennen oder schlicht unseriös. Ein Beispiel: Die eine Quelle, auf die sich fast alle berufen, stammt von Emil Julius Gumbel. Pazifist, Statistiker und linker Publizist, veröffentlichte er eine Analyse politischer Morde in der Weimarer Republik. Sie erschien unter zwei verschiedenen Titeln: "Zwei Jahre Mord", später "Vier Jahre politischer Mord". Auch er schreibt über die Pressemitteilungen zu dem angeblichen Massaker im Lichtenberger Postamt bzw. Polizeipräsidium: "Alle diese Meldungen waren erlogen." – was Gumbel nicht nachweisen kann. Er vermutet hinter der Falschmeldung eine Lüge. Was Gumbel des weiteren liefert, sind Zeitungsberichte jener unruhigen Tage. Nichts davon ist bewiesen, vieles offenbar Phantasterei, wie etwa ein Angriff mit einem Bomber. Dabei hätten gerade die Falschmeldungen der Zeitungen über die Geschehnisse in Lichtenberg Gumbel Warnung genug sein sollen.

Diese einseitige Sicht auf die Ereignisse im März 1919 ist kein Zufall gewesen. Gumbel stand politisch links. Gegenüber den Morden und Massenmorden durch Linke – zur Erinnerung: Kommunisten sind Linke – war er so blind, wie es heute viele Linke – aus Vorsatz oder Dummheit sei offen gelassen – immer noch sind. Bei seinen Besuchen in der Sowjetunion ignorierte er konsequent und noch bis in die 1940er Jahre die Realitäten kommunistischen Terrors und Völkermords. Oder war es tatsächlich noch schlimmer ? In seinem Aufsatz "Klassenkampf und Statistik" von 1927 schreibt Gumbel: "Bei politischen Morden selbst ist zu unterscheiden, ob sie revolutionär oder konterrevolutionär sind."

Vor diesem Hintergrund wird schnell klar, warum Gumbel bei seiner Analyse politischer Morde zu dem Ergebnis gelangt, dass die Justiz in Weimar einseitig zu Lasten der Linken bestrafte. Nur ging Gumbel hier raffinierter vor und berief sich auf sein Fachgebiet, die Statistik. Sein Beweisverfahren war einfach: Der Anteil abgeurteilter rechter Angeklagter war deutlich niedriger als bei den Angeklagten von links. Nur beweist das eben gar nichts. Denn wenn irgendwo Statistik wenig besagt, dann bei der Verteilung von Strafen. Dass weniger Rechte Angeklagte verurteilt wurden, beweist zunächst allein, dass im Sinne der Anklage weniger schuldig waren als Linke. Hier kann man nur den Inhalt des konkreten Urteils bewerten; diese Arbeit aber hat sich Gumbel gespart.

Ernst Troeltsch hatte einen klareren Blick auf die linken Putschisten und ihre Motive, als er sie den in Weimar versammelten Demokraten und Republikanern gegenüberstellte: Sie "erklären, Mehrheit und Demokratie sei Unsinn, proklamieren die Herrschaft der Minderheit, die allein die nötige Rücksichtslosigkeit aufbringe, und bezeichnen jedes Programm der Ordnung als bürgerlich, (…) vertreten den Krieg und Kampf, die Hinübertragung der Revolution zu unseren Feinden und die Auflösung des Staatensystems der ganzen Welt, den rücksichtslosen Kampf der ideenerfüllten Minorität gegen die bürgerliche und spießerhafte Majorität, die überhaupt gar nicht mithelfen, sondern zwangsmäßig dienen soll." Dafür standen die linken Putschisten im März 1919. Ihr Sieg hätte linken Terror und Tod über Deutschland gebracht. Da es aber in Deutschland nicht so kam, statt dessen Nationalsozialisten die Oberhand behielten und das Land terrorisierten, können sich Linke heute als Opfer gerieren. Darüber machen ihre Vertreter wie Bürgermeister Grunst in einer perfiden Verdrehung die Geschichte linker Massen- und Völkermorde – ausdrücklich Plural – vergessen und finden zugleich einen Grund, den Terror, mit dem linke Gruppen heute Berlin überziehen, nicht zu bekämpfen.

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Mittwoch, 20. März 2019
Richtiger Erdogan und falsche Gesten

Eines muss man Erdogan lassen – im Unterschied zu vielen anderen Moslems ist er wenigstens ehrlich. Die Täuschung des Gegners über seine weiteren Absichten kann man ihm wirklich nicht unterstellen. Er will, so kündigt er an, Neuseeländer und Australier mit antimuslimischer Gesinnung in Särgen nach Hause schicken.

Über diese Bemerkung schweigen sich die hiesigen Staatsmedien aus; die Medien der sogenannten Zivilgesellschaft üben sich im Kaschieren und Verleugnen, wie man es von ihnen gewohnt ist. Die auf dieser internationalen Ebene undenkbare Formulierungsweise, scheint in Deutschland keinen Politiker zu stören. Demnächst, wenn Erdogan wieder ein Medienliebchen – "unser Dennis" – freilassen lässt, setzt man sich wahrscheinlich mit ihm zusammen, um ihn gegen Ungarn und Polen, Tschechen und Balten in die EU aufzunehmen.

Dabei wäre es einmal mehr Zeit, Erdogan über die Geschichte seines Landes aufzuklären. Denn die Bemerkung, er wolle antimoslemische Neuseeländer und Australier in Särgen nach Hause schicken, nahm Bezug auf die Schlacht von Gallipoli – ein für die damaligen Alliierten des Ersten Weltkriegs Desaster erster Ordnung an den Gestaden vor Konstantinopel. Was Erdogan ignoriert: Dieselbe Alliierten hatten Erdogans Türken nach allen Regeln der Kriegskunst 1918 geschlagen, trieben sie aus Arabien vor sich her und besetzten das besagte Konstantinopel; das türkische Großreich zerfiel; daran konnte auch der Völkermord an den Armeniern nichts ändern. Wäre Russland im Weltkrieg geblieben wäre die Stadt an die Russen gefallen, trüge noch heute ihren richtigen Namen und der Anteil Christen läge noch heute bei den damals 30 bis 50%. So wurden die Christen von den Türken in ihrem Rumpfreich ab 1920 behandelten, wie die Juden von den Nazis ein paar Jahre später: Wer nicht schnell genug außer Landes war, wurde ermordet.

Erdogan nun moralisch zu kommen, wäre aber verfehlt. Ihn interessiert nur der Sieg bei der Abwehr neuseeländischer und australischer Truppen. Also sollte man ihn auch nur an die Niederlage der Türken im Jahre 1918 erinnern.

Wenn man nun schon dabei ist, sollte man die neuseeländische Ministerpräsidentin Ardern an die Geschichte erinnern und dass es keine gute Idee ist, einer Mörderideologie mit Verständnis zu begegnen. Dass sie nach dem Anschlag von Christchurch in eine Moschee geht und sich vor die Menschen dort stellt, ist ganz sicher richtig, wenn auch nicht ganz so mutig wie der den deutschen Medien so verhasste G.W.Bush: Der ging nach den Massenmorden vom 11.September ebenfalls in eine Moschee erklärte den Menschen dort: "Ihr ward es nicht."

Aber dass die Ministerpräsidentin mit einem Kopftuch daherkam, das war ebenso sicher vollkommen falsch. Was hätte man wohl gesagt, hätte 1965 ein russischer Politiker in Deutschland bei den Deutschen für die Verbrechen seiner Landsleute an den Deutschen um Vergebung gebeten und dabei eine Hakenkreuzfahne getragen – allein der Gedanke ist unvorstellbar. Wenn sich nun Frau Ardern mit einem Kopftuch zu den Menschen in der Moschee stellt, dann macht sie im Grunde genau das: Sie trägt das Symbol, von dem der Moslem Erdogan selber erklärte, es sei das Zeichen der moslemischen Eroberung Europas.

Dabei zeigt Frau Ardern durchaus Sinn für Symbole. Dass sie den Namen des Mörders nicht nennt, ist eine absolut richtige Geste. Solche Täter haben keine Namen verdient, an die man sich ihrer später erinnert. Die Geschichte muss sie mit dem Vergessen bestrafen und nicht mit Bekanntheit belohnen. Moslems wissen das. Sie nennen immer zuerst den Namen ihrer Attentäter; Osama ist ein in Arabien begeistert verliehener Name.

Frau Arderns Kopftuch wird daher zum verkehrten Symbol. Denn es erwarte doch niemand, dass man in moslemischen Ländern von nun an mit Christen menschlicher umgeht, nur weil Frau Ardern mit Kopftuch ermordete Moslems betrauert. Kein moslemischer Politiker vergleichbaren Ranges hat sich nach den Massenmorden vom 11.September in seinem Land vor die Christen gestellt. Als die Christen aus Syrien und dem Irak vertrieben wurden, hat man es – freundlich gesagt – taten- und kommentarlos geduldet. Nein, solche gut gemeinten Gesten werden von Moslems nicht honoriert. Sie werden als das gelesen, was sie objektiv sind: Gesten der Unterwerfung.

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Sonntag, 10. März 2019
Klima-Lolita

Die Islamisierung hat endlich auch die Anhänger des Klimakults erreicht. In Schweden wurde zum Frauentag eine 16-Jährige per Umfrage zur "Frau des Jahres" gekürt. Mag ja sein, dass es Mädchen in dem Alter gibt, die schon Frau genug sind und auch schon verheiratet werden – aber dieses ist es, wenn der Gesichtsausdruck nicht vollkommen täuscht, sicherlich nicht. Greta Thunberg heißt die Auserwählte und die Fotos, die im Netz herumgereicht werden, zeigen ein Mädchen, das mit seinem kindlichen Gesichtsausdruck Politik machen will, aber noch nicht einmal in der Pubertät angelangt ist. In islamischen Länder steht man auf so was und offenbar nun auch in Schweden.

Mit dieser Figur ist dem Klimakult ein Treffer gelungen: Kindlich, krank und fanatisch kämpfend für die Rettung der Welt. Auf sie, diese Apotheose einer Symbolfigur, fokussieren die Kameras und die Zivilgesellschaft kann sich nicht genug über eine Schülerin freuen, die an der Welt interessiert ist und nicht an Selfies und Pornos. Auf Zugreisen wird sie begleitet, als hätte sie sich in einem Hundeschlitten auf den Weg in die industriellen Zentren gemacht. Wenn sie zur Panik aufruft, kann man die Gänsehaut fühlen, die der aufgegeilten Journaille den Rücken entlangläuft ob der nächsten Meldungen über steigende Fluten vor den Seychellen.

Dieses Balg ist genau das, was die Großmacht Medien braucht, um in einer neuen Runde im Kampf um ihren Machterhalt zu bestehen. Denn wer gegen die minderjährige Aktivistin das Wort erhebt, der hat schon verloren. Niemand darf ungestraft ein krankes Kind attackieren. Mit ihm diskutiert man nicht über den Klimawandel und schon gar nicht über die Ursachen, die zu dem Wandel führten. Einmal mehr können die öffentlich-rechtlichen Hetzer im Windschatten dieser infantilen Galionsfigur ihre Lüge verbreiten, die Kritiker und Gegner der aktuellen Energiepolitik würden den Klimawandeln verleugnen; obwohl die fast ausnahmslos lediglich den postulierten Zusammenhang zum Menschen bestreiten.

Greta Thunberg ist das Symbol für die Hybris der Klimaschützer. Sie, die sich einbildet, die ausgeknipste häusliche Beleuchtung rette das Klima, steht für den Aktivist, der seine bloße Aktivität schon für nützlich hält, egal wie belanglos sie ist. Dabei kann man ihr keinen Vorwurf machen – denn sie ist eben noch ein minderjähriger Jugendlicher, dessen beleidigter-trotziger Blick an ein übergewichtiges Baby erinnert, das mit seinem Plärren die Nachbarschaft terrorisiert. Zur babygleichen Blödheit passt ihre Hauptbewaffnung: Das Schwänzen der Schule. Nur so bleibt man blöd. Ihre Krankheit setzt der Symbolik die Krone auf. Asperger ist eine Form des Autismus und über die es bei Wiki heißt: "Merkmale sind einerseits Schwächen in der sozialen Interaktion sowie Kommunikation und andererseits stereotypes Verhalten mit eingeschränkten Interessen. Wie alle Autismusstörungen gilt das Asperger-Syndrom als angeboren und nicht heilbar; es macht sich etwa vom vierten Lebensjahr an bemerkbar."

In einer vernünftigen Welt wäre eine politische Bewegung mit einer solchen Vertreterin umgehend erledigt; doch in einer Welt, in der man keine Brötchen mehr kaufen kann, ohne die Welt zu retten, fungieren Figuren wie Greta Thunberg als Helden im Kampf um das Klima. Vordergründig gleicht sie daher einem Soldaten, der im Feuer mutig bestand oder einem Helden der sozialistischen Arbeit – tatsächlich aber ist diese minderjährige Göre keine Jeanne d’Arc und auch kein Mädchen aus Eisen, sondern die Projektionsfläche einer pervertierten Vergnügungskultur. Angehimmelt reicht eine in die Jahre gekommene Protestbewegung sie herum und imaginiert sich wie Humbert Humbert mit dem Bild dieser Lolita des Klimas vor Augen in die Freuden der eigene, vergangenen Jugend zurück.

P.S.

Es gibt sie vielleicht doch, die künstliche Intelligenz: Die Rechtschreibhilfe schlägt statt "Thunberg" den Namen "Hugenberg" vor.

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Donnerstag, 7. März 2019
Das Motto der SPD: Radikale für Radikale rekrutieren

Die Sozialdemokraten haben aus der Geschichte offenbar so ganz und gar nichts gelernt. Anders lässt sich der Vorschlag des Berliner Innensenators Andreas Geisel schwerlich erklären, islamische Kämpfer, die z.B. in Syrien gefangengenommen wurden und deutsche Pässe haben, nach Berlin zu holen und hier mit Hilfe von Moscheen zu integrieren.

Allerdings hat die Haltung, sich radikaler Figuren anzunehmen und sie verbessern zu wollen, in der SPD eine lange Tradition. Ja, man könnte sagen, dass es – neben der Forderungen nach sicheren Renten und anderen Annehmlichkeiten des banalen sozialdemokratischen Lebens – eine zentrales Anliegen von Sozialdemokraten war, radikale Kräfte zu domestizieren. Ob das nun eine spezielle, psychologisch verankerte Marotte war oder doch nur die Überheblichkeit des Besserwissers, das kann ich nicht sagen. Aber soviel ist sicher: Keines dieser Projekte war von Erfolg gekrönt. Im Gegenteil, es endete immer im Unglück.

Im November 1918 hatte es mit der Einbindung der Unabhängigen Sozialdemokraten, den späteren Kommunisten, begonnen. Liebknecht wurde auf Drängen der SPD amnestiert und konnte danach mit Hilfe der russischen Botschaft in Berlin sein Unwesen treiben. Nicht zuletzt diese Unterstützung der radikalen Kräfte der linken Seite hat die Weimarer Republik zum Scheitern verurteilt. Die radikalen linken Kräfte ließen sich nicht domestizieren; sie blieben bis zu ihrem Ende Feinde der Republik.

Anfang 1933 zog die SPD einen Kanzler Hitler den autokratischen Möglichkeiten, die Hindenburg angedacht hatte und unterstützt haben würde, vor. Wieder dachten einige aus der SPD, auch die rechten Radikalen ließen sich auf Dauer in Sozialdemokraten verwandeln, indem man auf die Ähnlichkeiten verweist. Zitat Otto Wels: "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen,die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten. Sie selbst haben sich ja zum Sozialismus bekannt." Bei dem mit Ihnen angesprochenen Sozialist handelt es sich um den neuen Reichskanzler Hitler. Und richtig, auch der war Sozialist. Nur hat das den Sozialdemokraten wenig geholfen. Denn so wie es viele Islams geben soll, gibt es auch viele Sozialismen. Und einige davon sind eben tödlich.

Nach dem Ende des Krieges begann das Domestizieren der Radikalen von neuem. Diesmal waren mal wieder die linken Kräfte Objekt der sozialdemokratischen Begierde. Allerdings hatten die radikalen Linken diesmal die Mehrheit und ließen den Sozialdemokraten nur die Optionen: Überlaufen in die Einheitspartei oder weitere Gefangenschaft in den Lagern, aus denen sie eben von den Amerikanern befreit worden waren. Einige Mitglieder der SPD blieben auch gleich im KZ. Das ist traurig; auch und gerade, weil die SPD auch aus diesem Fehler neuerlich herzlich wenig gelernt hat. Kurt Schumacher, der erkannt hatte, dass Kommunisten nichts weiter sind als rot lackierte Faschisten, war eher die Ausnahme als die Regel.

Ja, es gab auch noch einige mehr. Gerade in Westberlin dokumentierte die tägliche Gegenwart des Grenzregimes die Wahrheit über das Leben im Sozialismus. Und es gab zudem auch Bekehrte, allen voran Herbert Wehner. Vielleicht hatte Andreas Geisel ihn ja im Hinterkopf, als ihm die Idee kam, die islamischen Kämpfer in Berliner Moscheen zu guten Mitbürgern werden zu lassen. Allerdings hat Geisel den Begriff des guten Mitbürgers sehr weit gefasst. Sogenannte Legalisten zählen dazu; das sind Moslems, die den islamischen Gottesstaat gewaltlos durchsetzen wollen. Zur Erinnerung: Auch Hitler schwor der politischen Gewalt zeitweise ab und war erst nach diesem Schwur bei Wahlen erfolgreich, um anschließend mit nackter Gewalt herrschen zu können. Diesen Legalisten will der Berliner Innensenator die Kämpfer des islamischen Staates überlassen; man ist geneigt, von einer Unterstützung der radikalen Moscheen bei der Rekrutierung neuer Anhänger zu reden.

Herr Geisel sieht das sicherlich anders. Er denkt vielleicht, was bei Wehner geklappt hat, klappt auch bei Aischa und Abdullah aus Duisburg. Was er vergisst: Herbert war bei den Sozialdemokraten. Dort war es – wie auch immer – gelungen, aus ihm einen anständigen Sozialdemokraten zu machen. Was Geisel vorschlägt, entspricht dagegen einem Erziehungsprogramm, bei dem ehemalige Kämpfer der Waffen-SS der NPD anvertraut werden. Das kann so nicht klappen. So etwas klappt, wie wir vom bekanntesten Mitglied der Waffen-SS wissen, nur im Rahmen der SPD.

Wie die Geschichte weitergeht – also das Techtelmechtel der SPD mit dem radikalen Islam; wir wissen es nicht. Dass die Genossen sich wehren, wenn es denn einmal ernst werden sollte mit einem islamischen Gottesstaat auf deutschem Boden, ist eher unwahrscheinlich. Sie haben sich ja eher selten wirklich gewehrt. Und falls doch werden sie in einem Umerziehungslager den Sozialismus mit moslemischem Antlitz studieren. Vielleicht lassen die Amis sie ja diesmal länger in einem dann islamischen Buchenwald schmoren, damit die Sozialdemokraten irgendwann merken, dass man mit Radikalen nicht kungelt – auch nicht zu politisch-therapeutischen Zwecken.

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* Der Titel "Die Verheerung Europas" bezieht sich auf die Aufzeichnungen von Wilhelm Muehlon aus den ersten Tagen des Ersten Weltkriegs. Muehlon gehört zu den großen deutschen Intellektuellen, die heute praktisch vergessen sind. Sein Kriegstagebuch über den Zweiten Weltkrieg zählt zum besten und spannendsten, was über diese zweite europäische Katastrophe geschrieben wurde: Distanziert, zugleich beteiligt und immer mit einem Blick, den man sich für die heutige Zeit wünscht.
© Wolfgang Hebold
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