Wolfgang Hebold

Die Verheerung Europas *

Ein Tagebuch des Niedergangs
2018
Sonntag, 10. März 2019
Klima-Lolita

Die Islamisierung hat endlich auch die Anhänger des Klimakults erreicht. In Schweden wurde zum Frauentag eine 16-Jährige per Umfrage zur "Frau des Jahres" gekürt. Mag ja sein, dass es Mädchen in dem Alter gibt, die schon Frau genug sind und auch schon verheiratet werden – aber dieses ist es, wenn der Gesichtsausdruck nicht vollkommen täuscht, sicherlich nicht. Greta Thunberg heißt die Auserwählte und die Fotos, die im Netz herumgereicht werden, zeigen ein Mädchen, das mit seinem kindlichen Gesichtsausdruck Politik machen will, aber noch nicht einmal in der Pubertät angelangt ist. In islamischen Länder steht man auf so was und offenbar nun auch in Schweden.

Mit dieser Figur ist dem Klimakult ein Treffer gelungen: Kindlich, krank und fanatisch kämpfend für die Rettung der Welt. Auf sie, diese Apotheose einer Symbolfigur, fokussieren die Kameras und die Zivilgesellschaft kann sich nicht genug über eine Schülerin freuen, die an der Welt interessiert ist und nicht an Selfies und Pornos. Auf Zugreisen wird sie begleitet, als hätte sie sich in einem Hundeschlitten auf den Weg in die industriellen Zentren gemacht. Wenn sie zur Panik aufruft, kann man die Gänsehaut fühlen, die der aufgegeilten Journaille den Rücken entlangläuft ob der nächsten Meldungen über steigende Fluten vor den Seychellen.

Dieses Balg ist genau das, was die Großmacht Medien braucht, um in einer neuen Runde im Kampf um ihren Machterhalt zu bestehen. Denn wer gegen die minderjährige Aktivistin das Wort erhebt, der hat schon verloren. Niemand darf ungestraft ein krankes Kind attackieren. Mit ihm diskutiert man nicht über den Klimawandel und schon gar nicht über die Ursachen, die zu dem Wandel führten. Einmal mehr können die öffentlich-rechtlichen Hetzer im Windschatten dieser infantilen Galionsfigur ihre Lüge verbreiten, die Kritiker und Gegner der aktuellen Energiepolitik würden den Klimawandeln verleugnen; obwohl die fast ausnahmslos lediglich den postulierten Zusammenhang zum Menschen bestreiten.

Greta Thunberg ist das Symbol für die Hybris der Klimaschützer. Sie, die sich einbildet, die ausgeknipste häusliche Beleuchtung rette das Klima, steht für den Aktivist, der seine bloße Aktivität schon für nützlich hält, egal wie belanglos sie ist. Dabei kann man ihr keinen Vorwurf machen – denn sie ist eben noch ein minderjähriger Jugendlicher, dessen beleidigter-trotziger Blick an ein übergewichtiges Baby erinnert, das mit seinem Plärren die Nachbarschaft terrorisiert. Zur babygleichen Blödheit passt ihre Hauptbewaffnung: Das Schwänzen der Schule. Nur so bleibt man blöd. Ihre Krankheit setzt der Symbolik die Krone auf. Asperger ist eine Form des Autismus und über die es bei Wiki heißt: "Merkmale sind einerseits Schwächen in der sozialen Interaktion sowie Kommunikation und andererseits stereotypes Verhalten mit eingeschränkten Interessen. Wie alle Autismusstörungen gilt das Asperger-Syndrom als angeboren und nicht heilbar; es macht sich etwa vom vierten Lebensjahr an bemerkbar."

In einer vernünftigen Welt wäre eine politische Bewegung mit einer solchen Vertreterin umgehend erledigt; doch in einer Welt, in der man keine Brötchen mehr kaufen kann, ohne die Welt zu retten, fungieren Figuren wie Greta Thunberg als Helden im Kampf um das Klima. Vordergründig gleicht sie daher einem Soldaten, der im Feuer mutig bestand oder einem Helden der sozialistischen Arbeit – tatsächlich aber ist diese minderjährige Göre keine Jeanne d’Arc und auch kein Mädchen aus Eisen, sondern die Projektionsfläche einer pervertierten Vergnügungskultur. Angehimmelt reicht eine in die Jahre gekommene Protestbewegung sie herum und imaginiert sich wie Humbert Humbert mit dem Bild dieser Lolita des Klimas vor Augen in die Freuden der eigene, vergangenen Jugend zurück.

P.S.

Es gibt sie vielleicht doch, die künstliche Intelligenz: Die Rechtschreibhilfe schlägt statt "Thunberg" den Namen "Hugenberg" vor.

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Donnerstag, 7. März 2019
Das Motto der SPD: Radikale für Radikale rekrutieren

Die Sozialdemokraten haben aus der Geschichte offenbar so ganz und gar nichts gelernt. Anders lässt sich der Vorschlag des Berliner Innensenators Andreas Geisel schwerlich erklären, islamische Kämpfer, die z.B. in Syrien gefangengenommen wurden und deutsche Pässe haben, nach Berlin zu holen und hier mit Hilfe von Moscheen zu integrieren.

Allerdings hat die Haltung, sich radikaler Figuren anzunehmen und sie verbessern zu wollen, in der SPD eine lange Tradition. Ja, man könnte sagen, dass es – neben der Forderungen nach sicheren Renten und anderen Annehmlichkeiten des banalen sozialdemokratischen Lebens – eine zentrales Anliegen von Sozialdemokraten war, radikale Kräfte zu domestizieren. Ob das nun eine spezielle, psychologisch verankerte Marotte war oder doch nur die Überheblichkeit des Besserwissers, das kann ich nicht sagen. Aber soviel ist sicher: Keines dieser Projekte war von Erfolg gekrönt. Im Gegenteil, es endete immer im Unglück.

Im November 1918 hatte es mit der Einbindung der Unabhängigen Sozialdemokraten, den späteren Kommunisten, begonnen. Liebknecht wurde auf Drängen der SPD amnestiert und konnte danach mit Hilfe der russischen Botschaft in Berlin sein Unwesen treiben. Nicht zuletzt diese Unterstützung der radikalen Kräfte der linken Seite hat die Weimarer Republik zum Scheitern verurteilt. Die radikalen linken Kräfte ließen sich nicht domestizieren; sie blieben bis zu ihrem Ende Feinde der Republik.

Anfang 1933 zog die SPD einen Kanzler Hitler den autokratischen Möglichkeiten, die Hindenburg angedacht hatte und unterstützt haben würde, vor. Wieder dachten einige aus der SPD, auch die rechten Radikalen ließen sich auf Dauer in Sozialdemokraten verwandeln, indem man auf die Ähnlichkeiten verweist. Zitat Otto Wels: "Kein Ermächtigungsgesetz gibt Ihnen die Macht, Ideen,die ewig und unzerstörbar sind, zu vernichten. Sie selbst haben sich ja zum Sozialismus bekannt." Bei dem mit Ihnen angesprochenen Sozialist handelt es sich um den neuen Reichskanzler Hitler. Und richtig, auch der war Sozialist. Nur hat das den Sozialdemokraten wenig geholfen. Denn so wie es viele Islams geben soll, gibt es auch viele Sozialismen. Und einige davon sind eben tödlich.

Nach dem Ende des Krieges begann das Domestizieren der Radikalen von neuem. Diesmal waren mal wieder die linken Kräfte Objekt der sozialdemokratischen Begierde. Allerdings hatten die radikalen Linken diesmal die Mehrheit und ließen den Sozialdemokraten nur die Optionen: Überlaufen in die Einheitspartei oder weitere Gefangenschaft in den Lagern, aus denen sie eben von den Amerikanern befreit worden waren. Einige Mitglieder der SPD blieben auch gleich im KZ. Das ist traurig; auch und gerade, weil die SPD auch aus diesem Fehler neuerlich herzlich wenig gelernt hat. Kurt Schumacher, der erkannt hatte, dass Kommunisten nichts weiter sind als rot lackierte Faschisten, war eher die Ausnahme als die Regel.

Ja, es gab auch noch einige mehr. Gerade in Westberlin dokumentierte die tägliche Gegenwart des Grenzregimes die Wahrheit über das Leben im Sozialismus. Und es gab zudem auch Bekehrte, allen voran Herbert Wehner. Vielleicht hatte Andreas Geisel ihn ja im Hinterkopf, als ihm die Idee kam, die islamischen Kämpfer in Berliner Moscheen zu guten Mitbürgern werden zu lassen. Allerdings hat Geisel den Begriff des guten Mitbürgers sehr weit gefasst. Sogenannte Legalisten zählen dazu; das sind Moslems, die den islamischen Gottesstaat gewaltlos durchsetzen wollen. Zur Erinnerung: Auch Hitler schwor der politischen Gewalt zeitweise ab und war erst nach diesem Schwur bei Wahlen erfolgreich, um anschließend mit nackter Gewalt herrschen zu können. Diesen Legalisten will der Berliner Innensenator die Kämpfer des islamischen Staates überlassen; man ist geneigt, von einer Unterstützung der radikalen Moscheen bei der Rekrutierung neuer Anhänger zu reden.

Herr Geisel sieht das sicherlich anders. Er denkt vielleicht, was bei Wehner geklappt hat, klappt auch bei Aischa und Abdullah aus Duisburg. Was er vergisst: Herbert war bei den Sozialdemokraten. Dort war es – wie auch immer – gelungen, aus ihm einen anständigen Sozialdemokraten zu machen. Was Geisel vorschlägt, entspricht dagegen einem Erziehungsprogramm, bei dem ehemalige Kämpfer der Waffen-SS der NPD anvertraut werden. Das kann so nicht klappen. So etwas klappt, wie wir vom bekanntesten Mitglied der Waffen-SS wissen, nur im Rahmen der SPD.

Wie die Geschichte weitergeht – also das Techtelmechtel der SPD mit dem radikalen Islam; wir wissen es nicht. Dass die Genossen sich wehren, wenn es denn einmal ernst werden sollte mit einem islamischen Gottesstaat auf deutschem Boden, ist eher unwahrscheinlich. Sie haben sich ja eher selten wirklich gewehrt. Und falls doch werden sie in einem Umerziehungslager den Sozialismus mit moslemischem Antlitz studieren. Vielleicht lassen die Amis sie ja diesmal länger in einem dann islamischen Buchenwald schmoren, damit die Sozialdemokraten irgendwann merken, dass man mit Radikalen nicht kungelt – auch nicht zu politisch-therapeutischen Zwecken.

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2018 Top
* Der Titel "Die Verheerung Europas" bezieht sich auf die Aufzeichnungen von Wilhelm Muehlon aus den ersten Tagen des Ersten Weltkriegs. Muehlon gehört zu den großen deutschen Intellektuellen, die heute praktisch vergessen sind. Sein Kriegstagebuch über den Zweiten Weltkrieg zählt zum besten und spannendsten, was über diese zweite europäische Katastrophe geschrieben wurde: Distanziert, zugleich beteiligt und immer mit einem Blick, den man sich für die heutige Zeit wünscht.
© Wolfgang Hebold
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